Samstag, 17.05.2008
Rallye von A bis Z

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Bang-Bang-System, Cuts und Gebetbücher: Eine Rallye unterscheidet sich in vielen Details grundsätzlich vom Motorsport auf der Rundstrecke. Dies spiegelt sich nicht zuletzt im Vokabular wider. Einzelne Ausdrücke des Rallye-Jargons sind dabei vielleicht nicht immer zu hundert Prozent geläufig.

A

A-Fahrer-Status

Ursprünglich mussten Rallye-Piloten, um in den Genuss dieser Sonderstellung zu kommen, zum Beispiel innerhalb der vergangenen zwei Jahre einen WM-Lauf unter den ersten Drei beendet haben. Heute erhalten Werksfahrer automatisch den A-Fahrer-Status. Vorteil: Sie rücken in der Startreihenfolge zu Beginn einer Rallye automatisch nach vorne.

Air-Restrictor

Luftmengenbegrenzer für Turbomotoren. Für World Rally Cars und Gruppe A-Fahrzuge ist derzeit ein Einlass-Querschnitt von 34 mm vorgeschrieben, in der seriennahen Gruppe N sind nur 32 mm erlaubt. Als Leistungs-Obergrenze hat das Reglement 300 PS definiert.

ATS-Reifen

Das 1987 erstmals vorgestellte ATS steht für "Appui Temporaire Souple" und ist der Rettungsring, der den Michelin-Rallye-Partnern im Falle einer Beschädigung des Pneus oder auch des Rades aus der Patsche hilft. Dabei übernimmt ein rund zwei Kilogramm schwerer Schaumstoffring namens "Mousse", der im ungenutzten Zustand von dem Luftdruck innerhalb des Pneus auf dem Felgenbett komprimiert wird, im Falle eines Defekts die Aufgabe der Gasfüllung - und dies so perfekt, dass die Fahrer oftmals erst nach der Wertungsprüfung (WP) merken, dass sie auf Mousse rollen.

Aufschrieb (auch: Gebetbuch)

Gemeinsam erstellen Fahrer und Beifahrer während der "Recce" (von "Recconaissance", Aufklärung) - dem so genannten "Training" vor der Rallye - den auch "Gebetbuch" genannten Aufschrieb. Dieser enthält die Beschreibung der zu fahrenden Sonderprüfung, also neben Geschwindigkeits- und Entfernungsangaben auch nähere Charakterisierungen der Kurven und Fahrbahnoberflächen, topographische Besonderheiten wie Sprungkuppen oder Brücken, mögliche Hindernisse wie Steine auf der Kurven-Innenseite oder auch Orientierungshilfen für den Bremspunkt - kurzum alles, was ein Fahrer wissen muss, um auf der "WP" so schnell wie möglich fahren zu können. Dabei ist ihm der Copilot mit seiner Ansage stets ein bis zwei Kurven voraus.


B

Bordkarte

Auf ihr werden die für den jeweiligen Teilnehmer maßgeblichen Start- und Sollzielzeiten für den nächsten Streckenabschnitt eingetragen. Ein Beispiel: Teilnehmer Nummer 1 startet um 12.00 Uhr und hat 25 Minuten Zeit, die 20 Kilometer entfernte Zeitkontrolle vor der ersten Prüfung zu erreichen. Dort angekommen, darf er ab 12.24 Uhr in die Zeitkontrolle einfahren, wo der Fahrer ab 12.25 Uhr den korrekten Zeiteintrag erhält. Nun hat das Team in der Regel drei Minuten, um sich einsatzbereit am 50 Meter vorgezogenen Start einzufinden. Dort erhält Teilnehmer Nummer 1 die neue Startzeit für den folgenden Streckenabschnitt, der mit der tatsächlichen Startzeit - in diesem Fall 12.28 Uhr - übereinstimmt.

Nun stehen diesem Team zum Beispiel 30 Minuten zur Verfügung, um die Wertungsprüfung zu beenden - protokolliert durch einen Stempeleintrag an der Durchfahrtkontrolle am Ende der WP - und die Zeitkontrolle vor der folgenden WP um exakt 12.58 Uhr zu erreichen. Mit anderen Worten: Wer zehn Minuten in einem Graben feststeckt, dem fehlen diese zehn Minuten auch für den Weg zur nächsten Zeitkontrolle. Dabei werden Verspätungen auf WM-Ebene mit zehn Strafsekunden pro Minute bestraft, zu frühes "Stempeln" schlägt hingegen mit 60 Strafsekunden pro Minute zu Buche.

"Bang-Bang"-System

Automatisches Umluftsystem, das über einen elektrisch betriebenen Kompressor den Ladedruck des Rallye-Autos auch bei Gaswegnahme aufrecht hält und so Leistungseinbußen durch das so genannte "Turboloch" ausschließt. Von außen problemlos durch Knallgeräusche erkennbar, die an Maschinengewehrsalven erinnern.


C

Cut

Dank der immer widerstandsfähigeren Rallye-Reifen kürzen die Rallye-Profis in Kurven maximal ab - das heißt, sie beziehen Gräben oder auch Seitenstreifen in den Innenkurven in die Ideallinie mit ein, um den Kurvenradius zu vergrößern. Damit schaufeln sie aber auch jede Menge Dreck und Steine auf die Straße, so dass spätestens ab dem zehnten Starter ehemals tadellos saubere Asphaltkurven eher an Schotterwege erinnern.


D

Drift

Klassischer Fahrzustand eines Rallye-Autos: Es rutscht "quer", also übersteuernd, in die Kurven hinein. Dies ermöglicht es dem Fahrer einerseits, früher wieder aufs Gas zu können, lässt ihm andererseits aber auch mehr Spielraum zum Reagieren, falls er in der Kurve auf eine unerwartete Situation (siehe "Cut") treffen sollte. Aber: Bitte NICHT im Straßenverkehr ausprobieren.

Durchfahrtkontrolle

Stempelkontrolle am Ende einer Wertungsprüfung: Sie protokolliert, dass der Teilnehmer die Wertungsprüfung erfolgreich beendet hat.


E

Eisspion

Typisches Phänomen der Rallye Monte Carlo: Bis eine Stunde vor dem Start des ersten Wettbewerbfahrzeugs fahren die so genannten Eisspione - zumeist selbst erfahrene Rallye-Piloten und -Beifahrer - die Prüfungen ab und optimieren noch einmal den Aufschrieb. Dabei achten sie insbesondere auf Eisplatten und feuchte Stellen auf der Ideallinie, die sie in das "Gebetbuch" eintragen und an den Copiloten weiterreichen. Ein Job, der viel Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein verlangt: Nur Routiniers erkennen, wo das Eis bis zum Start der Rallye-Autos noch abtauen wird, oder wo bislang nasse Passagen in den Schatten eintauchen und überfrieren werden.

Etappe

Erstreckt sich in der Regel über jeweils einen Rallye-Tag und umfasst eine zuvor definierte Gruppe von Prüfungen. Am Ende einer Etappe fahren die Rallye-Autos ins "Parc fermé" oder auch zum "Regrouping".


F

Fly-by-Wire

Aus der Luftfahrt stammender Fachausdruck, hier allerdings für ein elektronisch geregeltes Gaspedal. Ersetzt den Bowdenzug zwischen Gaspedal und Drosselklappe.


G

GPS-System/Alarmknopf

In der Rallye-WM werden alle teilnehmenden Fahrzeuge mit einem satellitengestützten Überwachungssystem ausgestattet, das auf der gleichen Technologie basiert, wie es auch aus normalen Straßen-Pkw mit Navigationssystemen bekannt ist. Bleibt ein Rallye-Auto auf der Strecke stehen, wird automatisch in der Fahrtleitung ein Alarm ausgelöst. Besteht keine Gefahr, können Fahrer oder Beifahrer diese Alarmierung manuell deaktivieren.

Gravel-Crew

Ähnlich wie die Eisspione kontrollieren die Gravel-Crew bis eine Stunde vor dem Start des ersten Teilnehmers den Zustand der Wertungsprüfung und tragen noch Veränderungen in den Aufschrieb des Beifahrers ein. Paradoxer Weise sind diese Helfer in der Saison 2005 nur noch bei Asphalt-Rallyes wie der "Monte" zugelassen - mit einem Auto pro Team. Gravel-Crews unterliegen - im Gegensatz zu den Rallye-Teams während des Trainings - keiner Geschwindigkeitsbegrenzung und konnten die Prüfungen zumindest theoretisch so oft abfahren wie sie wollten.

Grip

Grip ist die moderne Ausdrucksform für Kraftschluss zwischen Reifen und Asphalt und steht daher bei Fahrern hoch im Kurs. Viel Grip ermöglicht entsprechend hohe Kurvengeschwindigkeiten sowie optimale Beschleunigung und Verzögerung.

Gruppe A

Dieses bereits recht freizügige Technische Reglement verlangt, dass von einem potenziellen Rallye-Auto zuvor 2.500 Basismodelle innerhalb von zwölf aufeinander folgenden Monaten gebaut werden. Die Gruppe A löste 1987 die so genannten "Rallye-Monster" der Gruppe B ab und führte zu so interessanten Straßenautos wie dem Lancia Delta integrale, dem Mitsubishi Lancer Evo I bis VIII (aktueller Stand) oder auch die Cosworth-Varianten des Ford Sierra und Escort. Mitte 2001 wechselte mit Mitsubishi das letzte Werksteam von einem Gruppe A-Auto zu einem moderneren World Rally Car.

Gruppe N

Technisches Reglement für seriennahe Rallye-Autos. Auch hier wird, wie in der Gruppe A, der Bau von 2.500 identischen Homologations-Fahrzeuge innerhalb von zwölf Monaten vorgeschrieben.


H

Homologation

Offizielle Anmeldung eines Rallye-Autos bei der Sporthoheit FIA. In der Homologation werden alle maßgeblichen technischen Eigenheiten penibel definiert und festgehalten, denn sie dient künftig bei allen Technischen Abnahmen vor und während der Rallye den Technischen Kommissaren als Grundlage.


I

Intermeds

Rallye-Rennreifen mit leichter Profilierung, die speziell für Asphalt-Prüfungen mit gemischten Bedingungen geeignet sind.


J

Junior-Weltmeisterschaft (JWRC)

Die "Junior World Rally Championship" wird mit so genannten Super 1600-Rallyefahrzeugen bei acht WM-Läufen ausgetragen und ist für Fahrer ausgeschrieben, die jünger als 28 Jahre alt sind.


K

Karenz-Zeit

Zeitfenster, um das ein Rallye-Team seine Sollzeit überziehen darf. Es beträgt pro Zeitkontrolle maximal 15 Minuten, pro Sektion und Etappe maximal 30 Minuten sowie über den gesamten Verlauf einer Rallye 60 Minuten. Überschreitet die Summe der Verspätungen die vorgegebene Karenz, so fällt der Teilnehmer aus der Wertung. Wichtig: Verspätungen lassen sich nicht durch vorzeitiges Stempeln an der nächsten Zeitkontrolle egalisieren.

Kit-Cars

Relativ junge Fahrzeugklassen im Rallye-Sport: Die so genannten "Formel 3"-oder auch "Super 1600"-Boliden besitzen Zweiradantrieb sowie Saugmotoren mit nicht mehr als 1,6 Liter Hubraum und bilden die Basis für die Junior-WM.


L

Launch-Control

Dies gibt es in der Rallye-WM schon länger als in der Formel 1: Der Bordcomputer regelt den perfekten Start - auf Schotterpisten in Griechenland ebenso wie auf dem ebenen Asphalt der Rallye Spanien.

Linksbremsen

Beliebte, aber ausgesprochen schwierige Fahrtechnik im Rallyesport: Während der rechte Fuß auf dem Gaspedal stehen bleibt, tritt der Fahrer zugleich mit links auf die Bremse. Bei Fronttrieblern wird das Bremsmoment an den vorderen Rädern durch die Motorleistung überwunden, das Fahrzeug verzögert nur hinten und gerät so in einen kontrollierten Drift - der übrigens über das Gaspedal dirigiert wird, da der Bremsdruck konstant bleiben muss. Bei Allradfahrzeugen hilft es, den Wagen in den Kurven zu stabilisieren und ein Absinken der Motordrehzahl sowie des Ladedrucks zu verhindern. Aber: Bitte NICHT im Straßenverkehr ausprobieren.


M

Mapping

Die spezielle Programmierung der Motorelektronik, die zum Teil - ebenso wie die Verteilung der Kraft auf alle vier Räder - auf die Charakteristik einzelner Prüfungen maßgeschneidert wird.

Mille Pistes

Sehr umstrittenes Rallye-Konzept, das in der Rallye-Saison 2004 eingesetzt werden sollte, sich schlussendlich aber nicht durchgesetzt hat. Kernpunkte: Statt zwei Tage lang vor der Veranstaltung haben die Teilnehmer nur noch einen Tag lang Zeit, die einzelnen Prüfungen zu besichtigen - durch einmaliges Abfahren statt wie bislang zwei Überquerungen. Der zweite Check findet dann am Morgen jeder einzelnen Etappe statt, wo nur das Gebetbuch der WP des aktuellen Tages noch einmal überprüft wird. Der Einsatz spezieller Trainingsfahrzeuge ist nicht mehr gestattet. Wichtigste Kritikpunkte: Das neue Format erschwert die Produktion der täglichen TV-Berichterstattung, da der eigentliche Wettbewerb erst ab mittags beginnen kann. Auch die oftmals von weit her angereisten Fans treten kürzer, denn sie können pro Tag kaum mehr als zwei verschiedene Wertungsprüfungen sehen. Das "Mille Pistes"-Konzept kommt in 2005 bereits nicht mehr zum Zug.


N

noch keine Begriffe vorhanden


O

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P

Parc fermé

Bewachter Parkbereich für Rallye-Autos, in dem sie weder von Teams noch Fahrern angerührt werden dürfen. Ausnahme: sicherheitsrelevante Reparaturen wie zum Beispiel der Austausch einer Windschutzscheibe. Regelt während der Veranstaltung das Einhalten der Service-Zeiten und stellt nach dem Überqueren der Zielrampe sicher, dass das Fahrzeug bis zum Ende der Protestfrist für die Technischen Kommissare in dem Zustand kontrollierbar bleibt, in dem es die Rallye bestritten hat.

Produktionswagen-WM

Die offiziell "Production Car World Rally Championship" (PWRC) wird mit Fahrzeugen aus der seriennahen Gruppe N ausgetragen, in der auch Allradler mit Turbomotor wie der Mitsubishi Lancer Evo oder auch der Subaru Impreza STI zugelassen sind.


Q

Querstellen

Typische Rallye-Fahrtechnik: Der Fahrer zwingt das Auto vor der Kurve in einen Drift, um einerseits die Geschwindigkeit zu verringern und andererseits sein Fahrzeug im Grenzbereich sicherer kontrollieren zu können. Die klassische Form des Querstellens ist das "Anstellen", wie es insbesondere Skoda-Michelin-Pilot Armin Schwarz par excellence vorführt. Dabei rutscht das Rallye-Auto im Gegendrift auf die Kurve zu und schwenkt erst dann im Kurvensinne ein, wenn der Fahrer von der Bremse aufs Gas geht. Aber auch hier gilt: Bitte NICHT im Straßenverkehr ausprobieren.


R

Räder

Die Felgen von World Rally Cars dürfen bei Asphalt-Veranstaltungen eine Höhe von 18 Zoll sowie eine Breite von neun Zoll nicht überschreiten. Nur 18-Zoll-Räder dürfen aus Magnesium gefertigt werden. Der Querschnitt mitsamt Reifen darf 650 Millimeter nicht überschreiten, Spikes werden nicht mitgemessen. Felgen mit einer Breite von sechs Zoll oder weniger dürfen nicht höher als 16 Zoll sein - dies entspricht Schnee- und Eis-Bereifung. Schotterpneus sind auf 15 Zoll limitiert.

Regrouping

Im Zeitplan der Rallye vorgesehene Zeitpolster, in denen die Teilnehmer zum Beispiel vor der Einfahrt in den Service-Bereich in einer Parc fermé-ähnlichen Zone stehen. Das Regrouping nach einer Etappe bedeutet, dass die Teams gemäß der neuen Startreihenfolge die nächste Etappe in Angriff nehmen.

Reifen

Laut Reglement darf Michelin jedem Team pro Rallye nur zwei unterschiedliche Reifentypen anbieten - wobei mit dem Begriff "Typ" das optische Erscheinungsbild gemeint ist, unterschiedlich "weiche" oder "harte" Gummimischungen mithin also zulässig sind. Bei Asphalt-Rallyes wie zum Beispiel auf Korsika umfasst das Angebot dabei zumeist ein Trocken- und ein Nass-Profil. Die Wahl der Pneutypen, die von Fahrern mit so genanntem FIA A-Status genutzt werden, muss der Reifenhersteller bereits vier Wochen vor Beginn der Rallye der Motorsporthoheit FIA mitteilen, bei Übersee-Rallyes sogar acht Wochen im Voraus. Ausnahmen gestattet das Reglement lediglich bei der Rallye Monte Carlo: Da die See-Alpen im Januar mit unterschiedlichsten Witterungs- und Straßenbedingungen aufwarten können, ist der Einsatz eines zusätzlichen Schnee- oder Eisreifens sowie eines Pneus für gemischte Verhältnisse gestattet. Und: Zur Kostenminimierung im Rallye-Sport haben sich die Reifenhersteller darauf geeinigt, ihren Partnerteams für die WM-Läufe in Schweden, Finnland, Italien, Japan und Argentinien jeweils nur ein Pneuprofil zur Auswahl zu stellen.

Roadbook

Dies ist die millimetergenaue Beschreibung der gesamten Rallye-Strecke von der Start- bis zur Zielrampe, ausgegeben vom Veranstalter. Nicht zu verwechseln mit dem Aufschrieb oder Gebetbuch.


S

Service-Park

Die Mechaniker dürfen Reparatur- und Wartungsarbeiten am Rallye-Fahrzeug generell nur innerhalb des zentralen Service-Parks und dies auch nur zu exakt definierten Zeiten durchführen - seit 2005 nach dem morgendlichen Start für 20 Minuten, während der Mittagspause für 30 Minuten und abends für 45 Minuten. Dafür sind nur noch sechs Mechaniker und zwei Ingeniere pro Auto zugelassen. Außerhalb der Service-Zone ist es lediglich Fahrer und Beifahrer gestattet, Arbeiten am eigenen Fahrzeug mit bordeigenem Werkzeug vorzunehmen. Die Inanspruchnahme fremder Hilfe - auch wenn sie unaufgefordert zum Beispiel durch Zuschauer gewährt wird - führt unmittelbar zum Wertungsausschluss. Mechaniker, Ingenieure und weiteres Teampersonal darf sich außerhalb des Service-Parks dem Rallye-Auto nur bis auf 1000 Meter nähern.

Shakedown

Offizielle Test-Wertungsprüfung am Donnerstag vor Beginn des Rallye-Wochenendes. Für Werksteams besteht Teilnahmepflicht.

Slicks

Einst profillose Rallye-Pneus, die heute einen Negativ-Profilanteil von mindestens 17 Prozent aufweisen müssen. Die Tiefe der Profilrillen ist im Neuzustand auf mindestens 5,5 Millimeter festgelegt, im gebrauchten Zustand muss diese noch mindestens 1,6 Millimeter betragen.

Sonderprüfung (WP)

Eine Sonderprüfung - auch Wertungsprüfung oder WP genannt - bezeichnet jenen Streckenabschnitt, auf dem die Teilnehmer allein gegen die Uhr so schnell wie möglich fahren. Gestartet wird dabei im Ein-Minuten-Abstand, in der Regel gewährt der Veranstalter den Werksfahrern jedoch zwei oder - bei besonders staubigen Rallyes wie zum Beispiel auf Zypern - drei Minuten Differenz. Das Gesamtklassement ergibt sich aus der Addition der auf den Wertungsprüfungen erzielten Zeiten plus Strafsekunden für zu frühes oder zu spätes Stempeln an den Zeitkontrollen. Die Maximallänge aller Sonderprüfungen pro WM-Lauf wurde für die Saison 2005 von 400 auf 360 verkürzt. Die Länge einer einzelnen Sonderprüfung darf 50 Kilometer nicht überschreiten.

Startreihenfolge

Nicht immer ist es von Vorteil, als erstes Fahrzeug in die Wertungsprüfung starten zu müssen, da zum Beispiel auf Zypern oder in Australien eine feine Staubschicht den Schotterbelag verziert und noch rutschiger gestaltet. Ist die Strecke von diesem Überzug freigefahren, können die nachfolgenden Teilnehmer zumeist deutlich schneller fahren. Dies führte in der Vergangenheit zu skurrilen Situationen: Rallye-Profis versuchten durch taktisches Zu-spät-Stempeln, am folgenden Tag nicht als Erste auf die Strecke zu müssen.

Um diesen Aktionen ein Ende zu bereiten, hat die Sporthoheit FIA das Thema Start-reihenfolge vor Beginn der Saison 2003 neu geregelt. Seitdem gehen die Teilnehmer am ersten Tag einer Rallye gemäß ihrer aktuellen Platzierung in der Fahrer-WM an den Start. Am zweiten und dritten Tag entscheidet das Zwischenklassement, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Der 15. beginnt, und der Führende kommt als 15. zum Zuge.

SupeRally

Das SupeRally Reglement erlaubt den Fahrern nach dem Ausscheiden weiterhin an der Rallye teilzunehmen. Dabei wird für jede ausgelassene Wertungsprüfung eine Referenzzeit plus eine zehnminütige Zeitstrafe angerechnet. Ab der dritten verpassten Prüfung kommen weitere fünf Minuten hinzu.


T

Telemetrie

Die drahtlose Übertragung aller relevanten Messdaten vom Rallye-Auto an den Service-Park, wo sie aufgezeichnet und von Ingenieuren analysiert werden. Dazu gehören folgende Parameter: Motordrehzahl, Wassertemperaturen, Öltemperaturen von Motor, Getriebe und Differenzialen, Öldrücke, Gaspedalstellung und Leistung, Kraftstoffverbrauch, Getriebegang und Geschwindigkeit, alle fahrdynamischen Werte wie Querbeschleunigungen, Beschleunigung und Bremsverzögerungen sowie vieles mehr.

Training

Wirklich trainieren können die Profis die Prüfungen vor der Rallye nicht - erlaubt ist ihnen lediglich das zweimalige, bei Asphalt-Rallyes auch dreimalige Abfahren der Strecken mit einer streng limitierten Geschwindigkeit von 80 km/h, in Ausnahmefällen auch 100 km/h. Dabei erstellen sie das Gebetbuch. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird penibel überwacht: Alle Trainingsautos besitzen einen speziellen Sender und lassen sich über Satellitenortung zu jeder Zeit kontrollieren. Nicht einmal zu Fuß oder per Fahrrad dürfen Fahrer und Copilot die Pisten besichtigen - egal zu welchem Zeitpunkt des Jahres.

Trip-Master

Spezielle Bordcomputer, die als Wegstreckenzähler eingesetzt werden, um Distanzen zwischen Kurven oder Besonderheiten auf den Strecken auszumessen. Professionelle Copiloten setzen dieses Instrument auch während der Rallye ein, um auf Bremspunkte herunterzählen zu können.


U

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V

Verbindungsetappe

Strecke außerhalb von Wertungsprüfungen, führt durch den normalen Straßenverkehr. Dort gelten für alle Rallye-Teilnehmer die gleichen Verkehrsregeln wie für alle übrigen Autofahrer auch. Zuwiderhandlungen werden empfindlich bestraft und können schnell den Wertungsausschluss nach sich ziehen.


W

Wertungsprüfung (WP)

Siehe Sonderprüfung

World Rally Car (WRC)

Freizügiges technisches Reglement, das nicht mehr die Produktion von 2.500 prinzipiell baugleichen Straßenautos vorsieht. Mit anderen Worten: Ein WRC wie der aktuelle Rallye-Peugeot 307 benötigt keine Straßenversion mit Turbomotor und Allradantrieb, wie es in der Gruppe A oder Gruppe N vorgeschrieben ist. Das Mindestgewicht beträgt 1230 Kilogramm.


X

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Y

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C

Zeitkontrolle (ZK)

Stempelkontrollen am Beginn und am Ende eines Streckenabschnitts. Wer dort um eine Minute zu früh eincheckt, wird mit 60 Strafsekunden auf die Fahrtzeit bestraft. Verspätungen werden im Rahmen der Karenz mit zehn Sekunden pro Minute geahndet. Im nationalen Sport sind Verspätungen entweder straffrei, um zu rasantes Tempo auf Verbindungsetappen zu vermeiden, oder werden nur mit einer Sekunde pro Minute quittiert.