Rallye Masters - Klemund enthusiastisch
No risk, no fun
Motorsport-Magazin.com - "Ein absolutes Muss und der Höhepunkt jeden Jahres ist für mich die Steiermark Rallye in Österreich." Ein Aktivurlaub der besonderen Art für den 43-jährigen Dirk Klemund, den es Jahr für Jahr wieder in die Steiermark zieht. Gemeinsam mit seinem Beifahrer Thomas Schöpf packt er den Subaru Impreza ins Urlaubsgepäck und fährt in die Berge.
"Zunächst waren im Vorfeld einige kleine administrative Hürden zu überwinden", erzählt Klemund rückblickend im Gespräch mit dem adrivo Motorsport-Magazin, "doch die haben wir erfolgreich genommen und sind gestartet." Am 26. September fiel der Startschuss für die 89 Teams aus sechs Nationen: Dirk Klemund und Thomas Schöpf mittendrin und voller Enthusiasmus wegen der fantastischen Atmosphäre in der Steiermark.
"Am Freitagabend stand der Prolog auf einem Teilstück des legendären Rundkurses in Hall auf dem Programm. Die etwa drei Kilometer lange Wertungsprüfung wurde schon im Dunkeln gefahren. Dass es regnete, hat die Sache nicht unbedingt erleichtert. Mein Vertrauen in Regenreifen hat bei der Ostsee-Rallye etwas gelitten. Von daher war ich erstaunt, dass wir die 14. Gesamtzeit gefahren hatten. Ein guter Einstand", freut sich Klemund.
"Am Samstag galt es, ein strammes Programm auf den Prüfungen Tregelwang (Rundkurs), Kaiserau, Weng und Hall (Rundkurs) zu absolvieren. Thomas und ich sind in Admont zwar nicht um Punkte gefahren, aber man will ja auch nicht der Letzte sein. Nach dem Motto no risk, no fun sind war am Morgen mit Slicks losgefahren. Das war eine schlechte Wahl, wie sich herausstellen sollte. Der Rundkurs in Treglwang war derart rutschig, dass wir viel Zeit verloren. Die WP über die Kaiserau war dann zwar besser, aber auch nicht optimal mit Slicks zu bewältigen."
Das Team überdachte seine Entscheidung: "Im anschließenden Service haben wir auf Intermediats gewechselt - und siehe da, die Prüfung in Weng war wieder okay. Der Rundkurs Hall mit den vielen Zuschauern und den unterschiedlichsten Straßenbelägen macht immer aufs neue Spaß. Kein Wunder, dass mein Co und ich uns im Ziel einig waren: Einfach super!"
Doch auch ein Dirk Klemund vollbringt nicht immer nur Spitzenleistungen: "Wieder ging es nach Tregelwang. Die Prüfung war wirklich nicht unser Ding und die Zeit wieder nur mäßig. Zurück über die Kaiserau war es dann schon deutlich besser. Nach einer problemlosen Prüfung Weng stand wieder der Rundkurs Hall auf dem Plan. Nach der ersten Runde mussten wir eine Zwangspause einlegen, weil wir uns einen Plattfuß vorne rechts eingefangen hatten. Da gab es nicht viel zu überlegen: Reifen wechseln auf der Prüfung. Den zahlreichen Zuschauern hat die Extra-Einlage sichtlich gefallen, wir aber haben knapp fünf Minuten verloren. Somit war eine Platzierung im vorderen Feld definitiv dahin. Im anschließenden Service haben meine Jungs noch eine defekte Antriebswelle entdeckt und in Rekordzeit gewechselt, so dass wir ohne Strafzeit weiterfahren konnten."
Dazu kam weiterer Materialverschleiß: "Der dritte Durchgang in Treglwang wurde abgesagt, weil die Strecke nicht mehr befahren werden konnte. Wir waren über diese Entscheidung nicht enttäuscht. Ein weiterer Plattfuß am Ende der WP Hall hat uns noch einmal mächtig erschreckt. Wir haben nach der WP gewechselt und dabei einen weiteren "schleichenden" Plattfuß entdeckt. Allerdings hatten wir noch eine WP über die Kaiserau mit einer anschließenden langen Verbindungsetappe nach Admont zu absolvieren und keinen Ersatzreifen mehr dabei."
Die Steiermark sollte ihre spektakuläre Anziehungskraft bei Klemund und Schöpf dennoch nicht einbüßen: "Es hat zum Glück aber alles gehalten. Und so sind wir nach einem anstrengenden, aber schönen Rallye-Tag im Ziel in Admont angekommen. Das Ergebnis ist zweitrangig, der Spaßfaktor war aber (wieder mal) riesig."
Im Grunde war die Steiermark Rallye für das Team allerdings eine etwas aufwendige Form des Urlaubs. Die Bilanz: "Eine defekte Antriebswelle, vier kaputte Felgen und acht Reifen, die entsorgt werden. Dass wir im nächsten Jahr wieder am Start sind, versteht sich von selbst..."










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