Fr, 16.05.2008

Formel 1 - Mosley sagt, warum er bleiben muss

Noch viel zu tun

Max Mosley nennt erstmals die Gründe, warum er nicht zurücktreten wird und nicht abgewählt werden darf.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Am Freitagabend veröffentlichten unsere Kollegen von grandprix.com Auszüge aus einem Brief von Mosley an die Automobilclubs - darin schreibt Mosley erstmals darüber, warum er unbedingt bis 2009 im Amt bleiben müsse. Denn seiner Meinung nach könne nur er seine Arbeit zu Ende führen. Diese wichtige Arbeit sind der Abschluss eines neuen Concorde Agreements und Verhandlungen über die kommerziellen Rechte der F1 und einiger Rallye Events, darunter auch die WRC. Die F1-Rechte wurden von der FIA auf 100 Jahre an Bernie Ecclestone und dessen Firmenimperium verkauft. Mittlerweile werden sie von CVC gehalten.

Laut Mosley wäre es "unverantwortlich", wenn er diese wichtigen Verhandlungen abbrechen und sein Amt niederlegen würde - allein aus diesem Grund könne er noch nicht zurücktreten. Im Fall der kommerziellen F1-Rechte sei die Formula One Group an die FIA herangetreten, um Änderungen am vorhandenen Vertrag vorzunehmen. Dadurch soll die Steuerbelastung reduziert, die Kontrolle über F1-Regeländerungen übernommen und die Macht erwirkt werden, "das Geschäft an jeden" zu verkaufen.

Mosley will diesen Vorschlägen nicht nachkommen, vor allem die Einführung neuer Regeln will der Noch-FIA-Präsident im Einflussbereich der FIA behalten - selbst ein Veto der Teams will er im Zuge der Neuverhandlung des Concorde Agreements nicht akzeptieren. "Die FIA sollte die Regeln machen und nicht die Teams oder der kommerzielle Rechteinhaber", schreibt Mosley, der bekannt ist für seine Regeländerungen.

Sollte er nun zurücktreten oder abgewählt werden, würden beide Verhandlungen ins Stocken geraten beziehungsweise würde ein Nachfolger die Hintergründe nicht gut respektive nicht schnell genug kennen und durchschauen, argumentiert Mosley. Deshalb müsse er in Amt und Würden bleiben - mindestens bis 2009 seine Präsidentschaft ausläuft. "Ein neuer Präsident könnte sogar von jenen Personen gewählt worden sein, mit denen wir gerade verhandeln", nennt Mosley noch einen weiteren Grund. Zum Abschluss stellt er die Vermutung auf, dass der Sexskandal um seine Person möglicherweise mit den Verhandlungen im Hintergrund zu tun haben könnte - die Gegenseite ihn auf diese Weise zum Rücktritt zwingen wollte.

Mit 68 Jahren möchte er zukünftig "weniger hart" arbeiten und sich mehr um die Straßensicherheit und Umweltfragen kümmern. Die öffentlichen Aufgaben möchte er den beiden Vizepräsidenten überlassen. Dadurch würde er ausreichend Zeit erhalten, um die Verhandlungen zu einem positiven Ende zu bringen und rechtliche Schritte gegen die Hintermänner der Skandalveröffentlichung einzuleiten. "Es sollte einen fliegenden Wechsel geben - den können wir nur 2009 haben", betont er. Also wenn er seine Amtszeit normal beendet. So lange nicht die Mehrheit der Mitglieder seinen Rücktritt fordert, werde er jedenfalls nicht freiwillig gehen.

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14 Leser-Kommentare
am 19. Mai um 00:57 Uhr
formelauno: Max - imum
Hände waschen ist eh immer eine gute Idee.. Moralische Instanz? Na gut wir sind Papst aber ist Max Devil? Strippenzieher warm anziehen? Max zieht sich ja lieber aus wie wir mittlerweile wissen, aber der Begriff Strippen oder Strapsenzieher trifft wohl eher auf die Frau des MI5 Agenten zu die diesen netten Happy Hour all you can beat Video gedreht hat und für 10.000 Pfund verkaufte.. Wieviel ist das eigentlich in Euro??.. und solange ein Indianer Jones mit fast 70 noch die bösen Buben jagen darf, solange darf MadMax auch noch die Kronjuwelen einiger Damen auf ihre Festigkeit prüfen.. gibt es das Video von Max eigentlich auch als Download bei Maxdome? und fährt er privat eine Yamaha V-Max? und wieso steht eigentlich an jeder Brücke sein Name? MAX belastung 40 to? und... wo ist eigentlich Moritz?????????????
am 18. Mai um 22:04 Uhr
ceniza: jeder ist ersetzbar
auch mad max. Mir ist es egal, was dieser herr in seiner freizeit macht. ich kann aber auch die leute verstehen, die sich nach dem haende druck mit ihm diese waschen. Die meisten werden dem hand Shake wahrscheinlich sowieso aus dem weg gehen. Die Vergangenheit hat ihn mit der unappetitlichen Gegenwart so schnell eingeholt, dass es kein zurueck in die Zukunft gibt. Max Mosley ist als FIA-Praesident so etwas wie der oberste Richter, und er galt auch als moralische Instanz, aber das kann er ja wohl jetzt vergessen. Die ganze Angelegenheit ist jetzt eine Frage von Geschmack und Glaubwürdigkeit. Die Behoerde FIA, die sich auch um Tourismus und Strassenverkehr zu kuemmern hat, ist auch auf die oeffentliche meinung angewiesen, die nicht nur aus toleranten intellektuellen und moralischen freigeistern besteht. Der Strippenzieher Mosley kann sich warm anziehen.
am 18. Mai um 21:41 Uhr
Formulaone:
Wie so oft muss ich GM-F1 und formulauno vollkommen zustimmen. Wahrscheinlch sind diejenigen, die ihn kritisieren, auch jene die selbst solche Ferkeleien machen. Und ob Mosleys Nachfolger - wer auch immer es sein wird - einen besseren Job macht als er, muss sich erstmal herausstellen. Wenn mich nicht alles täuscht, ist die Formel 1 was Zuschauer angeht heute so erfolgreich wie noch nie. Das liegt auch daran, dass sowohl Bernie wie auch Max einen guten Job gemacht haben. Sicher gab es auch einige falsche Entscheidungen, die wurden aber meistens auch wieder revidiert. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt....
am 18. Mai um 15:07 Uhr
GM-F1:
Was hier einige von sich geben, ist doch pseudomoralisches Mediennachgeplappere! Wer war es denn, der es erst zu dieser Situation hat kommen lassen? Die Schmierenblätter selbst. Das ist moralisch höchst bedenklich! Nur um bestimmte niedere Ziele zu verfolgen, wird nicht davor zurückgeschreckt, das Privatleben anderer gewollt in die Öffentlichkeit zu zerren. Aber wie @formulauno es auch schon geschrieben hat und dessen Ansicht ich völlig teile: wenn es danach geht, müßten sich ganz andere Leute inkl. der Medien an die eigene Nase fassen. Ich denke, es ist schwer, ihn -Mosley- zu ersetzen, wenn es denn dazu kommen sollte. Der einzige, der mir einfällt, der ähnlich Insiderwissen und Führungskompetenz besitzt, ist Montezemolo- der allerdings mit seiner Beziehung zu Ferrari zu parteiisch ausfallen dürfte.
am 18. Mai um 00:24 Uhr
formelauno: Max always ultra..
Max kennt die Formel 1 fast schon solange wie es die Formel 1 gibt.. 1969 als March Rennstall Gründer zu Zeiten als es noch Hesketh Rennställe gab und Sponsoren Aufkleber die größe von Bierdeckel hatten... Er kennt Ron als Schrauber bei Braham... Er sah Fahrer kommen und sterben.. Die Formel 1 Teams die mit ihrem Rennwagen auf dem PKW Anhänger durch ganz Europa tourten... Als Teams mit Unterstützung von Sponsoren und Herstellern immer größere Motorhomes aufbauten und die Strecken immer perfekter wurden.. Ich glaube es gibt ausser Frank Williams, Patrick Head, Ron Dennis, Bernie natürlich und einigen grauen Eminenzen keinen der die Machtstrukturen und Zusammenhänge so genau kennt wie Max. Er weiß um die Kompromissbereitschaft und Belastbarkeit der Beteiligten. Fakt ist das alle Motorsportweltmeisterschaften die unter die totale Kontrolle von den Automobilhersteller geraten sind sang und klanglos untergegangen sind. Die FIA hat nicht immer schnell und auch nicht immer im Interesse aller gehandelt. Aber kann man oder besser soll man immer im Interesse aller handeln? Ich denke das zuviel Kompromiss immer für Mittelmässigkeit und Beliebigkeit steht. Beispiel Rennstrecken.. Zu gefährlich in den 80zigern.. also Umbauen.. Strecken wie der Nürburgring entstehen.. Kiesbetten soweit das Auge reicht.. und langeweile pur.. erneuter umbau.. heute Kiesgruben wieder weg.. Asphalt statt dessen.. jetzt Stadtkurse statt Tilkestrecken.. Die FIA kann nicht zurück zu reinen Privatteams muss aber Teams wie Williams hegen und pflegen und deren Interessen wahren.. Jeder Hersteller möchte ganz oben auf das Podest und seinen Willen durchsetzen.. siehe aktuell KERS Diskussionen... Die Diskussionen um Max werden noch eine ganze Weile andauern.. Ende ist völlig offen denke ich... aber sollte er tatsächlich seinen Posten räumen müssen werden wir sicherlich keinen reibungslosen Übergang erleben.. und nochmal... wer ohne Fehler ist möge den ersten Stein werfen...
am 17. Mai um 23:10 Uhr
ceniza: @automatix
sehr interessant, was du hier postest. Ich muss zugeben, dass du wesentlich besser ueber die FIA und den Einfluss Mosleys in dieser informiert bist. Ein Grund mehr, immer wieder auf dieses F1 Forum zu gehen, und neues zu erfahren und zu lernen. Eigentlich bestaetigt mich das aber in meiner meinung, dass Mad max so UNABKOEMMLICH, wie einige ihn immer wieder hinstellen, gar nicht ist. Denn auch er ist nicht DON PERFECTO. Es muss doch einen Ersatz fuer diesen mann geben, der seine Sache genauso gut - oder besser macht - Als dieser machtbessesene Patriarch. Was macht ihn denn so unersetzbar und einzigartig fuer diesen job? Mir wird er auf jeden fall immer unsympatischer. Auch wenn man seine "aussergewoehnlichen vorlieben" aussen links liegen laesst, sehe ich keinen plausiblen grund, warum er auf seinem posten bestehen sollte!
am 17. Mai um 21:57 Uhr
automatix:
Nun, es gibt Stimmen, die sagen, daß die Unfälle von 94 auf das viel zu kurzfristige Verbot des aktiven Fahrwerks zurückzuführen sind... Aber im großen hast schon Recht, im Sicherheitsbereich hat Mosley noch am wenigsten blödsinn gemacht (von den V8 Motoren, die die Autos zwar auf der geraden langsamer machen, durch das geringere Gewicht und die dadurch bessere Gewichtsverteilung dafür in den kurven schneller, die Mosley aber als Sicherheitsvorteil verkauft hat reden wir mal nicht.) Die Fia hat das Quali geändert - und seit dem nicht geschafft, ein brauchbares Quali zusammenzubekommen. (das aktuelle ist ok, aber durch das tanken vorm Q3 immer noch weit von brauchbar entfernt). Mosleys grandiose Haltbarkeitsregeln haben dafür gesorgt, daß die GP Freitage eigentlich fast schon überflüssig sind - und die Strafen, die die Fahrer hart treffen für haltbarkeitsprobleme, die ja am wenigsten dafür können sind auch daneben. Oder der Zirkus um die Traktionskontrolle (oder der Benzintemperatur), das zeigt, daß die Fia regeln aufstellt, die sie selber nicht kontrollieren können. Oder dinge wie der Massedämpfer oder die 'Wunderbremse' von Mclaren 1998 - daß Dinge, die von der Fia als legal abgenommen werden nach Protest einfach illegal werden kann oder die tatsache, daß mosley nach wie vor keine professionelle rennleitung zusammengebracht hat, die für alle vergehen die gleichen strafen vergibt (grad fürs blockieren im quali). und das mosley grad am motorenreglement ständig gedoktort hat war z.b. mit schuld am ende von cosworth in der F1. Mosley hat 10 Jahre zugeschaut, wie die Privatteams nach und nach vor die Hunde gingen und als dann kaum mehr welche da waren möchte er plötzlich die F1 billiger machen - das ist sowas von lächerlich und unglaubwürdig, das einzige, was Mosley möchte ist die Hersteller nach seiner Pfeife tanzen lassen...
am 17. Mai um 18:48 Uhr
formelauno: Mosley Bilanz
Die Formel 1 ist wurde sicherer. Verdienst der FIA.. Die Formel 1 wurde durch Rillenreifen, die ich auch nicht mochte, eingebremst weil die Wagen immer schneller wurden.. Sie wurden nicht durch die FIA schneller sondern durch die Teams.. ich erinnere mich noch an 1000 PS Monster die den Wingcar Effekt hatten und die Fahrer bis zur Brust im Freien sassen.. Nicht die FIA macht die Formel 1 teuer sondern die Teams die sich mit den Automobilherstellern ins Bett gelegt haben. Das hat zwar das Niveau auf technischer Seite extremst gehoben aber auch riesige Budgets in die Formel 1 gebracht. Die Budget Obergrenze und KERS sind die richtigen Schritte in die Zukunft. und bei den anstehenden Verhandlungen wird wieder die Max Philosophie angewandt.. Maximales Forden..alle schreien auf und dann denn eigentlich schon von Anfang an gewollten Kompromis finden.. Max ist ein Fuchs der noch nie nach everybodys darling sein wollte... er ist eine Schlüsselpersönlichkeit für die Zukunft der Formel 1
am 17. Mai um 18:38 Uhr
automatix:
trotzdem hat Max Mosley keinen guten Job gemacht - unter Max Mosleys Ägide hat die F1 zwar geboomt, aber er hat auch das Teamsterben verursacht und seit 1993, seit Mosley der Boss ist wurde das Reglement so oft umgeschmissen, daß es sich nur noch die großen Konzerne leisten können, F1 zu fahren - Mosley hat es sogar geschaft, traditionshersteller wie Ford zum aufgeben zu bekommen mit seiner Spar F1, die ständig teurer wurde. Mosley hat einfach keine gute Arbeit geleistet und darum muß er weg. (man möge sich doch mal die dutzenden Regeländernungen vor augen führen, die Mosley seit 93 veranlaßt hat) Was er privat macht ist mir wurscht, aber als person des öffentlichen Interesses muß er damit leben, daß das breit getreten wird und da braucht er nicht zu jammern - und hätte er nen guten Job gemacht, dann würde das Ding auch nicht so hochgekocht werden
am 17. Mai um 16:23 Uhr
formelauno: Alleine am Tisch..
na wenn am Tische zu Hofe nur noch die sitzen dürften die in Ihrem höheren Schichtenleben noch nie...Drogen konsumiert, Callgirls entlohnten, Steuern hinterzogen, Schwarzgeld auf div Konten, Bestechungsgelder gezahlt oder entgegen genommen haben, mit Diktatoren Geschäfte gemacht haben... na dann wird wohl ziemlich viel Essen kalt werden zu Tische... Es ist doch die Welt in der wir leben.. sorry.. aber dieses gesamte Moralische Wunschdenken hat doch nichts mit der Realität zu tun.. Wo sind denn die ganzen Waisenknaben der Welt? Bestimmt nicht in Führungspositionen irgendwelcher Machtzentralen.. Humanität findet noch in Caritativen Vereinen statt und im kleinen statt, nicht aber mehr im Milliarden Dollar Roulette wo jeder sich am nächsten ist.. Money rules the world.. egal ob einem das gefällt oder nicht.. ist leider so..

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