So, 11.05.2008

Formel 1 - Domenicali sieht keine Ferrari-Dominanz

Die Gegner sind sehr, sehr nahe

Stefano Domenicali sieht keine großen Vorteile für Ferrari, rechnet in Monaco mit viel Konkurrenz und lobte Felipe Massa auch ohne Krise.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Fünf Rennen, vier Siege, eigentlich könnte man sagen, Ferrari dominiert; doch Stefano Domenicali will das nicht so sehen. "Es ist nicht richtig, zu sagen, dass wir dominieren, denn wenn man sich die Weltmeisterschaft ansieht, dann ist die Situation sehr knapp. Es war wichtig für uns, nach dem ersten Rennen in Australien zu reagieren, wo wir am Ende nur einen Punkt holten. Aber noch einmal: wir dominieren nicht. Das Rennen heute hat gezeigt, dass unsere Gegner sehr, sehr nahe sind", sagte der Teamchef bei seiner Nachbetrachtung des Rennens.

Das Wichtigste sind die Interessen des Teams und das ist ein Schlüsselpunkt für uns
Stefano Domenicali

Auch wenn Ferrari nicht dominiert, so sieht es aktuell so aus, als ob Kimi Räikkönen und Felipe Massa Kopf an Kopf um den Titel kämpfen könnten. Besondere Strategien will Domenicali nun aber nicht implementieren, sondern weiter beiden Fahrern freie Fahrt lassen, damit sie ohne Taktik unterwegs sein können. "Das Wichtigste sind die Interessen des Teams und das ist ein Schlüsselpunkt für uns. Im Moment gibt es keine Änderungen bei unseren Abläufen, aber wir werden später in der Saison noch einmal schauen", erklärte er. Am Sonntag in Istanbul war er einmal damit zufrieden, dass bei Kimi Räikkönen beim Start mit Heikki Kovalainen nicht mehr passiert war. "Wenn man so ein Manöver macht, dann kann man sich den Flügel beschädigen oder einen Plattfuß haben wie Kovalainen, also will ich es positiv sehen, dass wir nach der ersten Kurve Sechster waren anstatt weiter hinten."

McLaren sah Domenicali aber so oder so sehr stark und musste betonen, dass er das Team nie abgeschrieben hatte. "Heute haben wir einen neuen Standard gesehen, der völlig anders war als in der Vergangenheit. McLaren hat die Philosophie des Rennens geändert, um uns angreifen zu können und hat auch die Philosophie des Qualifyings geändert, vor allem mit Lewis. Ich denke, das ist wichtig, denn sie müssen auch auf die Leistung reagieren, die wir gebracht haben", meinte der Italiener. In der nahen Zukunft rechnet er aber nicht nur mit McLaren. Denn in Monaco hat er auch Renault und BMW Sauber auf der Rechnung. "Auf einer Strecke, wo das Qualifying anders verlaufen kann, kann man aggressiv sein. Aber auch wenn man länger auf der Strecke bleibt, wird alles anders sein. Ich denke, Monte Carlo wird für alle ein wichtiges Rennen."

Ferrari hat sich für Monaco angestrengt © Sutton

Nicht zuletzt für Ferrari, das im Winter viel unternommen hat, um die Schwächen im Fürstentum auszubügeln - ebenso wie jene in Kanada. In Le Castellet wird kommende Woche weiter daran gefeilt. Besonders wichtig wird für Domenicali die Vorbereitung auf das Qualifying in Monaco. "Wir müssen sehr vorsichtig sein, wie wir auf das Qualifying zugehen. Das wird dort mehr Auswirkungen auf das Rennen haben als auf anderen Strecken. Es werden also zwei Wochen harte Arbeit, wo wir erkennen wollen, wie wir arbeiten müssen und erkennen wollen, wie die anderen uns angreifen wollen - vor allem im Qualifying", erklärte er.

Zum aktuell gerade abgelaufenen Grand Prix musste Domenicali auch noch einmal die Reifenwahl von Ferrari verteidigen, auch wenn die Fahrer nach dem Rennen betonten, sie hätten im zweiten Stint gerne harte und nicht weiche Reifen gehabt. Der Teamchef meinte, die Daten von vor dem Rennen hätten weich-weich-hart angezeigt und nachher hätte es sich eben als falsch herausgestellt. "Das ist Racing." Und auch die Frage, ob es vielleicht besser gewesen wäre, Räikkönens Frontflügel zu wechseln, nachdem er mit Kovalainen kollidiert war, konnte er recht einfach beantworten. "Wir hatten Glück, dass das Safety Car das Feld verlangsamte, also konnten wir schauen, was wir im Fernsehen sahen. Wir prüften dann die Daten und als er vorbeifuhr, schien alles zu passen. Bei den Daten zeigte sich auch kein Problem, also entschieden wir, weiterzumachen."

Er ist immer ein toller, professioneller Fahrer, er tut immer alles für das Team, für seine Arbeit und wir haben immer gesagt, wir sind mit unseren Fahrern glücklich
Domenicali über Massa

Und dann war da noch etwas. Quasi eine kleine Genugtuung für den Teamchef, da Felipe Massa nach den ersten Saisonrennen Kritik einstecken musste und mittlerweile sogar von Ross Brawn Lob bekommt. "Er ist immer ein toller, professioneller Fahrer, er tut immer alles für das Team, für seine Arbeit und wir haben immer gesagt, wir sind mit unseren Fahrern glücklich. Das war nicht, um ihn zu schützen, wenn es schwierige Situationen gab, es war, weil wir das Gefühl haben, das Potential dieser beiden Fahrer ist perfekt. Sie sind gut integriert, sie respektieren und ergänzen sich und er ist heute einfach ein großartiges Rennen gefahren - nicht nur das Rennen, das ganze Wochenende war perfekt."

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5 Leser-Kommentare
am 15. Mai um 21:50 Uhr
Rennfreund: Danke @MartinS...
wenigstens du verstehst was ich mit meinem Post aussagen wollte ;-) Komisch das es der Betroffene selbst nicht versteht... vielleicht will man auch manches einfach nicht verstehen!?
am 13. Mai um 12:33 Uhr
MartinS:
@Rennfreund: Bin absolut deiner Meinung. Kimi und Felipe sind beides hervorragende Fahrer. Felipe zeigt nicht erst seit dieser Saison, wo Montoya hätte stehen können, wenn er an sich gearbeitet hätte. Ceniza versucht überall bei anderen permanent Krisen herbeizureden. Da beide Ferrarifahrer gut miteinander harmonieren -wie man auch immer auf den PK`s und nach dem Rennen an ihrem Umgang miteinander sieht- und Massa toll fährt, drischt ceniza nun momentan auf Heidfeld ein und versucht diesen als schwach und am Ende seiner F1-Karriere darzustellen. Doch auch davon wird kein Cockpit für Alonso bei BMW-Sauber nächstes Jahr frei werden ;-) An Schwachstellen und an großartigen Versprechungen gemessen, wäre nämlich als erstes das Team vom Herren Briatore zu kritisieren und nicht Ferrari, McLaren-Mercedes oder BMW-Sauber. Im Übrigen liegt die Scuderia mit beiden Fahrer als auch in der Konstrukteurs-WM vorne. Etwas, was Renault in der Vergangenheit auch mit Alonso und Fisico so nie geglückt ist...
am 12. Mai um 17:30 Uhr
ceniza: @Rennfreund,
entschuldige mal, aber ich glaube, du bist hier etwas OT. Zeige mir doch bitte auch nur einen satz, in dem ich Alonso erwaehne. Es geht hier gar nicht um Alonso und ob er fehlerfrei ist , oder nicht. Und auch die ewige frage,ob Alonso bei MCM benachteiligt wurde oder nicht, steht hier zur disskussion. das sieht sowieso jeder anders. und die einzigen, die es wirklich wissen, sind die beteiligten: naemlich der Spanier, der brite und das team. Fakt ist, dass Hamilton eine zuechtung von Ron dennis ist, und dieser natuerlich alle Mittel einsetzt/und eingesetzt hat, um diesen so schnell wie moeglich zum WM zu pushen. Hat eben im letzten Jahr mit Alonso nicht geklappt. vielleicht hat er ja dieses Jahr mit dem softeren Kovalainen leichteres spiel. Dominicali stellt in dem bericht einfach noch mal klar, dass das wichtigste die interessen des teams ist. Er macht sich eben gedanken, dass es zu einem teaminternen duell zwischen den beiden fahrern kommen koennte, wenn sich deren punktestand noch mehr angleicht. Und das koennte dann auf Kosten der Stellung Ferraris in der WM Bewertung gehen. Fals es so kommt, wird es eine stallorder geben, das kann man den worten Dominecalis klar entnehmen. Es wird zu dieser situation kommen, weil keiner der fahrer von ferrari bis jetzt konstant und fehlerfrei genug war, um die Punktetabelle eindeutig anzufuehren. Die Zeit wird es zeigen....
am 12. Mai um 14:23 Uhr
Rennfreund:
Du willst jetzt wohl nicht behaupten das ein Kimi Räikkönen schlechter wäre als ein Alonso und Alonso im Ferrari sitzen müsste??? @Ceniza, Alonso in allen Ehren aber auch er macht Fehler, manchmal weniger manchmal mehr. Die Fahrer sind und bleiben Menschen, es sind keine Maschinen und selbst Maschinen laufen nicht immer fehlerfrei. Ich behaupte das Kimi sicher nicht mehr Fehler baut als Alonso und das Alonso auch gegen Massa zu kämpfen hätte, wäre er sein Teamkollege. Das Alonso letztes Jahr hinter Hamilton zu finden war liegt auch nicht daran das Hamilton bevorzugt wurde indem er der erklärte Liebling von RD war bzw. ist, denn das Materieal auf der Strecke war bei beiden identisch. Hinzu kommt noch das Alonso zu McL geholt wurde um den Titel einzufahren und dafür hat McL einige Milliönchen locker gemacht. Es ist vermessen zu glauben das irgendeine Firma aus Gutmütigkeit über 20Mio Lohn an einen Mitarbeiter bezahlt um ihn dann wegen eines Rookies, von dem man nicht weiß ob er diesen Job auch erledigen könnte, zu benachteiligen. Das wäre nicht nur vermessen, das wäre schon Blödheit. Alonso hat sich letztes Jahr definitiv eine Blöße gegeben indem er eben nicht konstant genug war seinen Teamkollegen zu schlagen und nun kommst du und behauptest Kimi hätte das gleiche Problem. Für mich lenkst du etwas von den Tatsachen ab und ich behaupte Kimi ist ein hervorragender Fahrer, doch Massa eben auch ;-)
am 12. Mai um 10:01 Uhr
ceniza: So ueberlegen
wie Ferrari immer hingestellt wird, sind sie in meinen Augen gar nicht. Auch wenn Ferrari und seine fahrer immer in den himmel gelobt werden, sehe ich doch immer mehr defizite, gerade bei den fahrern. Das material Ferrari ist momentan (noch) das beste, aber keiner der beiden fahrer weist meines Erachtens die konstanz auf, wie es ein WM team abverlangt. Auch wenn lauda nicht zu meinen favoriten gehoert, muss ich ihm recht geben, wenn er sagt, dass ferrari den titel durch die Unkonstanz der fahrer immer noch verlieren koenne. Massa war beim Auftakt der GP's katastrohal und diletantisch unterwegs, und der Finne kriegt im moment kaum ein Quali auf die reihe. wenn wir ehrlich sind, und beide Ferrari Fahrer das maximum an professionalitaet gehabt haetten, haette eigentlich beim Istanbul GP ein Doppelsieg fuer ferrari drin sein muessen. Dominecali wird schon wissen, von was er rededt, wenn er ferrari noch ncht auf der sicheren Seite sieht. Ich koennte mir vorstellen, dass er nicht 100% zufrieden ist mit der leistung seiner fahrer. Die saison ist noch lange, und das blatt wendet sich manchmal sehr schnell in der formel 1. Ich sehe ferrari auch noch nicht als gewinner. Sie sind zwar auf dem besten weg, aber ohne Popo zusammenkneifen werden sie es wohl auch ncht so einfach schaffen.

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