Mi, 08.10.2008

Formula Master - Kolumne - Tim Sandtler

Turbulentes Finale einer schweren Saison

Tim Sandtler beendete seine erste Saison in der Formula Master mit zwei Ergebnissen in den Punkten.
© IFM

Motorsport-Magazin.com - Beim Saisonfinale der Formula Master in Monza ging es noch einmal richtig zur Sache. In den zwei Rennen wurde ganz nach dem Motto gefahren: die Autos brauchen wir in diesem Jahr sowieso nicht mehr. Besonders der erste Lauf am Samstag entwickelte sich zu einem ordentlichen Durcheinander. Von 13 Runden sind wir nur drei oder vier ohne Safety-Car gefahren. Alle haben sich gegenseitig weggeräumt und sind ineinandergefahren - was auf einer so schnellen Strecke wie Monza nicht ungefährlich ist.

Tim Sandtler führt das Feld in die erste Kurve © IFM

Auf den extrem langen Gerade gab es immer wieder Windschattenduelle und man ist teilweise zu dritt nebeneinander gefahren. Zudem waren einige unerfahrene Gaststarter dabei und beim Finale wollte jeder zeigen, was er drauf hat. Im Nachhinein hat es mich gewundert, dass die Rennleitung keinen Fahrer bestraft hat. Immerhin kamen wir vor dem zweiten Rennen in den Genuss eines weiteren Briefings - was eigentlich nicht geplant war - und danach lief es etwas besser.

Den wohl heftigsten Unfall hatte mein Teamkollege Filip Salaquarda. Kurz nach dem Start des ersten Rennens wurde er vor der zweiten Schikane von einem Gegner in die Wiese gedrängt und er ist praktisch ungebremst wieder zurück auf die Strecke geschossen, wo er genau vor mir einige Autos abräumte. Von einem auf den anderen Moment habe ich nur noch Staub und Dreck gesehen, die ganze Strecke war blockiert. Ich habe die Schikane noch ganz normal durchfahren, einige andere sind wegen des Unfalls einfach geradeaus gefahren - so lag ich nach der ersten Runde nur noch auf dem 14. Rang.

Drei Punkte beim Finale

Teilweise war viel Pech dabei, es war ein ständiges auf und ab.
Tim Sandtler

Im Laufe des Rennens konnte ich mich durch die zahlreichen Zwischenfälle noch bis auf den achten Platz verbessern - von dort war ich zuvor auch gestartet. So durfte ich zum insgesamt vierten Mal von der Pole-Position in den zweiten Lauf starten, doch gebracht hat es wieder nichts. Ich bekam immer stärkeres Übersteuern, vermutlich habe ich mir einen schleichenden Plattfuß eingefangen, und hatte keine Chance mehr genug Schwung aus der schnellen Parabolica auf die lange Gerade mitzunehmen - so zog ein Gegner nach dem anderen an mir vorbei und ich wurde nur Siebter.

Zum Ende der Saison war ich noch zwei Mal in den Punkten, aber trotzdem fällt mein Fazit des Jahres 2008 nicht positiv aus. Wir waren zwar oft vorne dabei und haben uns von Rennen zu Rennen gesteigert, doch nach den guten Tests vor dem ersten Rennen hatten wir eigentlich höhere Erwartungen. Teilweise war viel Pech dabei, es war ein ständiges auf und ab. Insgesamt war es eine Saison, die unter meinen Erwartungen zurückblieb. Denn eigentlich wollte ich um die Top-3 mitkämpfen, nach 16 Rennen bin ich aber nur 14. geworden...

Wie geht es 2009 weiter? © IFM

Mein persönlicher Tiefpunkt war das Rennen in Brands Hatch. Nach einer Safety-Car-Phase hatte ich schon wieder einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger, bis mir ein Fahrfehler unterlief und ich den fast schon sicheren Sieg wegwarf. In positiver Erinnerung wird mir der dritte Platz in Estoril bleiben. Für mich und das Team war es das einzige Podium der Saison, das ich bei einigen anderen Rennen gerne getoppt hätte.

Wie es weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Die neue GP3 im Rahmen der Formel 1 wird es erst in zwei Jahren geben. Die Formula Master wird 2009 mit zwei Rennen im Rahmen der Königsklasse aufgewertet, man wird auf den Fahrerstrecken von Spa und Istanbul an den Start gehen. Mein Traum ist es, einen starken Partner zu finden, der mich auf meinem Weg unterstützt und vielleicht einen Start in der GP2 ermöglicht - leider ist das Budget sehr hoch, doch ich werde die Hoffnung nicht aufgeben und weiter kämpfen!

Euer Tim Sandtler
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Tim Sandtler
Tim Sandtler

Tim ging den klassischen Motorsportweg: Aus der Kartwelt in die Formel BMW und von dort in die Formel 3 EuroSerie. 2008 tritt er in der Formula Master Serie im Rahmen der Tourenwagen-WM an.