Sa, 20.09.2008

F3 EuroSeries - Exklusiv - Hülkenberg risikolos zum Sieg

In Lauerstellung

Trotz missglückten Starts setzte sich Nico Hülkenberg am Ende durch. Die defensive Grundhaltung zahlte sich aus.
© F3 EuroSerie

Motorsport-Magazin.com - Nach der gestrigen Pole Position sowie den Erfahrungen der bisherigen Saison wollte der erneute Sieg von Nico Hülkenberg nicht mehr wirklich überraschen. Dennoch hatte es noch am Start so ausgesehen, als müsste sich Nico Hülkenberg auf sein Mindestziel beschränken: Sichere Punkte einfahren und im Sinne der Sicherheit im Titelkampf auf allzu ambitionierte Siegziele verzichten.

So hatte der ART-Pilot gleich am Start Plätze an die Konkurrenz verloren: "Mein Start war nicht gut, ich habe zwar schnell reagiert, hatte dann aber zu viel Wheelspin. Bianchi wollte links vorbei, Philippe rechts. Es roch schon nach einem Unfall, deswegen habe ich zurückgesteckt. Dann hat es auch gut gescheppert", beschreibt Hülkenberg im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin die kritische Situation des Rennens. "Mein Teamkollege konnte Philippe gar nicht sehen, denn der kam ganz innen. So viel kann man im Spiegel gar nicht erkennen, da mache ich Jules gar keine Vorwürfe."

Ich dachte, dass ich Erster wäre, aber Clairay hat mich attackiert und ich musste wieder zurückstecken
Nico Hülkenberg

Die Erleichterung über die Probleme der beiden Vordermänner währte aber nur kurz: "Ich dachte, dass ich Erster wäre, aber Clairay hat mich attackiert und ich musste wieder zurückstecken, auch im Hinblick auf die Meisterschaft." Was folgte, war eine lange Verfolgsjagd, in der sich Emmericher zunächst betont defensiv gab. "Deswegen habe ich später auch nicht so viel riskiert, um wieder in Führung zu gelangen. Ich hätte härter attackieren können, doch dazu kam, dass Bird und Vietoris hinter mir lauerten. Wäre ein Überholmanöver schief gegangen, hätte ich auch zwei Plätze verlieren können."

Erst in Runde 21 ging das Kalkül des Meisterschaftsführenden auf: "Es war schwer, die Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden. Ich habe mich entschieden, weiter schnell zu fahren, Clairay unter Druck zu setzen und auf einen Fehler zu warten." Mit mittlerweile 24 Punkten Vorsprung in der Tabelle scheint Nico Hülkenberg der Titel kaum noch zu nehmen zu sein. Dennoch gibt er sich mit Blick auf den morgigen zweiten Lauf betont zurückhaltend: "Morgen wird es nicht leicht. Yann war heute bestimmt eine halbe Sekunde langsamer, aber auch wenn man viel schneller ist, ist das Überholen schwer, vor allem wenn der Vordermann nicht mitspielt."

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