Formula Master - Kolumne - Tim Sandtler
Kein Glück beim Heimspiel
Motorsport-Magazin.com - Schon wieder zwei Rennen und weiterhin nicht der erhoffte Erfolg in der Formula Master. In Brands Hatch und Oschersleben durfte ich zwei Mal von ganz vorne starten, verpasste jedoch bei beiden Rennen ein gutes Ergebnis. Gerade bei meinem Heimspiel in der Magdeburger Börde hätte ich gerne auf dem Podium gestanden, leider hatte ein Kontrahent schon in der ersten Kurve etwas dagegen. Ich bin gut gestartet und hatte die Nase vorne, als ich einen Schlag hinten links spürte, in zwei Metern Höhe durch die Luft flog und im Kies landete. Das sah sicher ziemlich spektakulär aus, aber leider sind die Autos dafür nicht ausgelegt. Bei einem solchen Unfall kann man niemandem die Schuld geben, es war einfach eine typische Situation für die erste Kurve in Oschersleben.
Leider war der Start in das zweite Rennen nicht der einzige Rückschlag auf dem engen Kurs in der Motorsport Arena. Nach einem guten Test am Mittwoch und schnellen Rundenzeiten im Training lief das Qualifying gar nicht nach Plan. Das eigentliche Problem war nicht groß, aber sehr entscheidend: einer der Vorderreifen hatte eine Unwucht. Zwar war der Fehler nur minimal, doch trotzdem hat es nicht mehr richtig gepasst und der Reifen eierte. Beim Fahren macht sich das mit Vibrationen bemerkbar und kostet definitiv Zeit - in meinem Fall einige Startpositionen.
Natürlich will ich keine Schuldzuweisungen treffen, aber den Mechanikern des Reifenherstellers scheint bei meinem Reifensatz ein Fehler unterlaufen zu sein. Wenn die Gummis auf die Felgen gezogen werden, muss einfach immer darauf geachtet werden, dass alles richtig gewuchtet wird. Kleine Unregelmäßigkeiten kann man mit Bleigewichten korrigieren, denn eine passende Flucht hat der Reifen nie. Passieren sollte sowas im Sinne der Chancengleichheit natürlich nicht, auf der anderen Seite ist es ein alltägliches Problem. Wenn man bei Testfahrten selbst für die Reifen verantwortlich ist und alles in einer Werkstatt selbst erledigt, kann so etwas passieren.
Die GP3 geistert durch das Fahrerlager
Nun bleibt die Hoffnung, dass es beim nächsten Rennen in Imola endlich klappt. Noch bin ich an der Ostsee, um ein paar Tage zu entspannen, aber dann werde ich mich wie immer auf den kommenden Lauf vorbereiten. Für die Serie wird das Wochenende in Imola eine besondere Sache, schließlich kommen viele Teams aus Italien. Ich selbst kenne die neue Strecke noch nicht, Imola wurde vor einigen Monaten modernisiert, die letzte Schikane soll beispielsweise anders sein. Auch wenn die italienischen Teams hochmotiviert sein werden, hoffe ich auf meine Chance. Und wenn nicht in Imola, dann eben in Monza...
Ein anderes heißes Thema im Fahrerlager ist die neue GP3-Serie, die ab dem kommenden Jahr mit den selben Autos im Rahmen der Formel 1 ausgetragen werden soll. Insgesamt sind sechs Rennen bei der Königsklasse geplant, für die Fahrer soll es ein gutes Sprungbrett in die GP2 darstellen und aufgewertet werden. Ob man aus der normalen Formula Master, der GP3 oder der Formel 3 in die GP2 wechselt, macht wahrscheinlich keinen Unterschied. Für uns Fahrer ist es von Vorteil, wenn wir uns im Rahmen der Formel 1 präsentieren und vermarkten können - einen Sponsor kann man so unter Umständen leichter überzeugen.
Die Nachteile liegen allerdings auch auf der Hand: an Formel 1-Wochenende schlagen die Hotels gerne ein paar Euro auf, zudem muss man früher Anreisen. Im Gegensatz zu diesem Jahr würden die freien Trainings garantiert beschnitten werden - auch das ist schlecht für uns. Gerne würde ich mit meinem bisherigen Team ISR an der Serie teilnehmen, doch mein Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Noch ist nichts entschieden - und am Ende wird sicher das Geld entscheiden.
Tim ging den klassischen Motorsportweg: Aus der Kartwelt in die Formel BMW und von dort in die Formel 3 EuroSerie. 2008 tritt er in der Formula Master Serie im Rahmen der Tourenwagen-WM an.
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