GP2 - Kolumne - Andreas Zuber
Wo ist die Relation?
Motorsport-Magazin.com - Ich bin sehr motiviert zu diesem Rennen gekommen, leider ist es dann nicht so gelaufen, wie ich mir das für Monte Carlo vorgestellt habe. Im freien Training bin ich mit dem Engländer Caroll nach dem Casino unabsichtlich kollidiert. Mein Auto hat etwas versetzt, dadurch hat er 15 Minuten vom freien Training verpasst. Ich wurde darauf hin von der Rennleitung trotz meiner Entschuldigung bei Caroll mit einer Strafe belegt, im ersten Rennen um 15 Plätze weiter rückwärts starten zu müssen. Normalerweise wurden in der Vergangenheit solche Vergehen mit fünf Plätzen Rückreihung bestraft. Daher hat mein Team gegen diese harte Bestrafung Einspruch erhoben, jedoch damit nicht den gewünschten Erfolg gehabt.
Was dann noch dazukam, war, dass ich im Qualifying nur auf Rang neun gefahren bin. Dabei war ich zwei Mal auf Pole-Position-Zeit unterwegs, hatte aber jedes Mal Verkehr. Immer kam mir jemand in die Quere, das war sogar im Fernsehen zu sehen. Die Sektoren waren immer grün für die Bestzeit, ich war sogar schneller als Pastor lief aber immer auf einen anderen Konkurrenten auf und ruinierte mir deshalb gleich die ganze Runde. Zumindest eine freie Runde hatte ich am Ende noch und konnte mich da von Platz 15 noch auf neun verbessern.
Das war für mich aber ziemlich enttäuschend und mit den 15 Plätzen Strafe bin ich schließlich als Vorletzter ins Rennen gegangen. Ohne Regen kann man sich in Monaco ungefähr ausmalen, wie viel da noch möglich ist. Überholen ist dort unmöglich, auch wenn vor dir einer vier Sekunden langsamer fährt. Wir haben mit der Strategie ein wenig gespielt und ich kam dann noch auf Rang elf nach vorne. Die dritt- oder viertschnellste Rennrunde bin ich auch gefahren, was in dem Verkehr nicht so schlecht war.
Für das zweite Rennen haben wir uns deswegen auch Hoffnungen gemacht, dass es vielleicht noch in die Punkte gehen könnte. Ich erwischte dort auch einen Super Start und war gleich zwei Positionen weiter vorne. Dann sah ich, dass vor mir Pastor mit Chandhok zusammenfuhr und damit war ich eigentlich schon Siebter. Doch plötzlich ist Bakkerud von hinten über mich drüber gesegelt. Er hat sich danach auch bei mir entschuldigt, aber auch das hat mir nicht geholfen, denn mein Heckspoiler war kaputt. Damit musste ich dann schweren Herzens als Siebter in die Box einbiegen.
Eigentlich wollte ich sogar draußen bleiben und mir war egal, ob hinten am Auto etwas kaputt war, denn mir war klar, wenn ich an die Box komme, sind die Punkte dahin. Ich wollte also riskieren, aber der Teamchef hat gemeint, ich soll herein kommen, da es zu gefährlich war. Der Heckspoiler war zu sehr zerstört, um weiterzufahren. So ein Wechsel am Heckspoiler dauert aber leider lange, da es viel mehr zu machen gibt als beim Vorderflügel. Dadurch war ich überrundet und Letzter. Immerhin hatte ich ein paar freie Runden und konnte dabei die schnellste Rennrunde des ganzen Wochenendes fahren. Den Punkt dafür bekam ich aber nicht, weil ich nicht unter den ersten Zehn war, aber ich war beinahe eine Sekunde schneller als der Zweitschnellste.
Das hat gezeigt, das Auto ist sehr gut, ich bin auch schnell und deswegen war es enttäuschend, dass ich in Monaco keine Punkte holen konnte. Das Fahren hat aber Spaß gemacht. Nun werden wir schauen, dass wir beim nächsten Mal mehr Glück haben. Jetzt kommt einmal ein Test in Le Castellet und dabei haben wir einige Dinge zum Ausprobieren. Neben anderen Sachen werden wir schauen, dass wir die Starts verbessern und das Setup ein bisschen feiner hinbekommen. Da müssen wir wirklich gut arbeiten, denn jetzt kommen dann Magny Cours und Silverstone, die zu meinen absoluten Favoriten gehören und wo ich normalerweise immer schnell bin. Ich bin mir aber sicher, dass wir bis dahin alles fest im Griff haben.
Andi Zuber ist ein bekanntes Gesicht im GP2-Paddock. In dieser Saison nimmt er einen neuen Anlauf auf den Titel in der Nachwuchsklasse Nummer 1 - das Ziel ist die Formel 1.










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