Fr, 09.05.2008

F3 EuroSeries - Kolumne - Michael Klein

Aufholjagd in der Toskana

Nach einem schweren Start fand das Mugello-Wochenende für Michael Klein einen versöhnlichen Abschluss.
© F3 EuroSeries

Motorsport-Magazin.com - Nach einem eher tristen Wochenende wartete in Mugello bestes Wetter auf uns. Die Tage in der Toskana waren einfach traumhaft, es war richtig heiß und sonnig - so ein schönes Wetter war ich von zu Hause gar nicht mehr gewohnt. In weiser Voraussicht habe ich kurze Sachen eingepackt, was sich später bezahlt machen sollte.

So schön wie das Wetter waren unsere Ergebnisse leider nicht. Am Anfang kam ich nicht mit der neuen Strecke klar und beim Setup haben wir uns richtig vertan. Zum ersten Rennen am Samstag haben wir das Auto komplett umgebaut, danach ging es etwas besser. Nach einer weiteren Setup-Änderung am Sonntag lief es sogar noch besser: ich bin von Platz 19 auf Platz 12 vorgefahren. Schade, dass wir den richtigen Weg nicht eher eingeschlagen haben.

Schade, dass wir den richtigen Weg nicht eher eingeschlagen haben
Michael Klein

Die Strecke selbst ist eine der schwierigsten überhaupt. Sie ist sehr breit und bietet viele verschiedene Linien, da muss man sich erst einmal zurecht finden. Die schnellen Kurven sind sehr anstrengend und setzen der Nackenmuskulatur zu, immerhin hatten wir auf der langen Geraden etwas Zeit zum Verschnaufen. Vom Verlauf in den Kurvenkombinationen hat der Kurs mir gut gefallen, trotzdem ist es nicht meine Lieblingsstrecke geworden. Sie lag mir einfach nicht.

Wie schon in Hockenheim hatten einige Fahrer Probleme mit dem Start. Ich selbst habe den Dreh raus und die Methode gefunden mit der der Motor auf keinen Fall mehr absterben kann. Für das nächste Rennen in Pau wird der Start noch wichtiger, denn auf dem engen Stadtkurs wird Überholen so gut wie unmöglich sein.

Mugello wurde keine neue Lieblingsstrecke © F3ES

Für mich ist es vielleicht ein Vorteil, dass Pau zum ersten Mal seit 2005 im Kalender der EuroSerie ist - so müssen fast alle Fahrer bei null anfangen und die Strecke zunächst kennenlernen. Zu diesem Zweck werde ich mir vor dem Lauf Videoaufzeichungen besorgen um die richtige Linie schon vorab zu kennen. Bisher bin ich noch nie auf einem Stadtkurs gefahren und es macht sicher unheimlich Spaß wenn man durch den Leitplankenkanal rast. Nur abfliegen sollte man nicht, denn dann kann es teuer werden...

Mugello ist ganz gewiss kein Stadtkurs. Die Strecke liegt mitten in der Pampa, aber die alte Stadt und die schöne Landschaft sind etwas fürs Auge. Auch wenn ein Rennwochenende meist sehr stressig ist und es viel zu tun gibt, konnte ich den Trip nach Italien mit einer privaten Angelegenheit verbinden. Meine Schwester ist derzeit als Au-Pair-Mädchen in Florenz und wir nutzten die Chance um sie Abends zu besuchen. Florenz liegt nur knappe 30 Kilometer südlich von Mugello, es bot sich also wirklich gut an. Die Stadt selbst ist alt und nicht so modern, aber trotzdem sehr schön. Zusammen mit meiner Schwester konnte ich dort einen netten Abend verbringen.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Meer eingelegt. Nach einem harten Wochenende darf man sich schließlich ein paar Stunden erholen. Körperlich leicht war es nämlich ganz und gar nicht. Im Vergleich zu Hockenheim habe ich im Auto richtig geschwitzt, die Sonne hat richtig gut geknallt. Von meiner Krankheit, die mich kurz vor dem Saisonstart flach gelegt hat, habe ich ihn Mugello kaum noch was gemerkt. Vielen Dank an dieser Stelle an meinen Personal-Trainer, der mich richtig fit gemacht hat.

Euer Michael Klein
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Michael Klein
Michael Klein

Nach seiner Kartzeit legte Michael eine Motorsportpause ein, gewann aber schon im zweiten Jahr im F3 Cup die Trophy-Wertung. Jetzt wagt er den Sprung aus dem Formel 3-Cup in die Formel 3 EuroSerie.