GP2 - Kolumne - Bruno Senna
Nach vorne schauen
Motorsport-Magazin.com - Es gibt Dinge, über die möchte man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Mein Samstagsrennen in Malaysia gehört sicherlich dazu. Ich kann nur hoffen, dass ich da wirklich alle Fehler einer kompletten Saison auf einmal gemacht habe - von Ausrutscher über abgestorbenen Motor beim Re-Start bis zum endgültigen Abflug. Ich habe mich selten so über mich selbst geärgert, vor allem, als ich nachträglich gemerkt und analysiert habe, was ich da für eine Riesenchance weggeworfen habe, wie leicht es eigentlich war, wenigstens gut zu punkten.
Aber es bringt einfach nichts, zu lange über so etwas nachzugrübeln. Menschen machen Fehler, das ist eine Tatsache, mit der auch ich mich abfinden muss. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Anfangs war ich schon ziemlich geknickt, aber schon am Samstag Abend in Malaysia ging es wieder. Mir war klar, dass ich das alles hinter mir lassen muss. Wichtig ist, zwar daraus zu lernen, damit so etwas nicht noch mal passiert, aber ansonsten eben nach vorne schauen, weitermachen und zeigen, dass es auch ganz anders geht.
Am Sonntag ist mir das ja auch schon ganz gut gelungen, ich bin vom 19. Startplatz auf Rang acht vorgefahren, habe noch den Punkt für die schnellste Rennrunde kassiert und auch ein paar ganz schöne Überholmanöver durchgezogen. Danach habe ich zu meinem Team auch gesagt, ich glaube, nun muss ich doch nicht aufhören... Das hatte ich nämlich am Freitag nach dem Qualifying mal so hingeworfen - aber da ging es einigen im Fahrerlager so, nachdem Grosjean uns da allen mindestens 0,8 Sekunden abgenommen hatte, was sich keiner so recht erklären konnte. Aber das ist wohl ein anderes Thema...
Auch wenn sich nach dem Malaysia-Wochenende durch die verschenkten Punkte meine Chancen, die Meisterschaft noch zu gewinnen, deutlich verschlechtert haben, ich gebe noch nicht auf. Sicher sind 17 Punkte Rückstand auf Grosjean schon eine ganze Menge, aber auch er kann einmal ein ganz schlechtes Wochenende erwischen und wir wissen, dass wir eigentlich den Speed haben, um immer ganz vorne mitzufahren und auch zu gewinnen - wenn alles einigermaßen passt.
Der Jet-lag war jedenfalls bestimmt nicht schuld an meinen Fehlern, auch wenn ich bei der Anreise nach Malaysia doch die ersten Tage ein paar Probleme mit der Zeitumstellung hatte. Zurück nach England hat es mir dann interessanterweise gar nichts ausgemacht, da war ich gleich wieder fit, konnte auch die ganze Woche sehr gut trainieren. Und mein Gepäck, das erstmal am Montag Vormittag nicht da war, weil wohl beim Umsteigen am Flughafen in Amsterdam die Zeit durch eine Verspätung zu knapp gewesen war, kam dann auch noch abends am gleichen Tag an...
Jetzt geht es ja in dieser Woche schon weiter mit Bahrain. Und da bin ich wirklich sehr zuversichtlich. Auf dieser Strecke habe ich letztes Jahr mein Debüt in der GP2 gefeiert und bin auf Anhieb sehr gut zurecht gekommen, war im Qualifying Fünfter, im ersten Rennen Vierter... Und iSport war da auch sehr schnell. Irgendwann muss es doch einfach klappen, dass wir unser Potenzial auch mal wirklich umsetzen können. Im Übrigen glaube ich auch, im Sonntagsrennen in Malaysia am Anfang mit den neuen Reifen abstimmungsmäßig noch was raus gefunden zu haben, was mir auch für das Qualifying einiges bringen könnte. Ich glaube, dass man so mehr Grip bekommen kann - und hoffe, dass es funktioniert. Denn ganz vorne zu stehen, wäre natürlich schon fast die halbe Miete, bei einem "normalen" Rennen dann auch endlich mal ganz vorne anzukommen.
Es wäre an der Zeit - nicht nur, weil ich ja gerade einigen meiner besonders treuen Fans versprochen habe, dass sie in der Zukunft noch einiges erwarten können. Ich habe ja jetzt seit kurzem auch einen offiziellen Fanclub in Deutschland - schöne Grüße noch einmal auf diesem Weg und danke für die Unterstützung und das Daumendrücken. Ich hoffe, es nützt diesmal was!





















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