Mo, 25.02.2008

GP2 - Kolumne - Sébastien Buemi

Glückliches Erbe

Sébastien Buemi berichtet in seiner aktuellen adrivo.com-Kolumne über die Geschehnisse im fernen Sentul
© GP2 Series

Motorsport-Magazin.com - Nach der Enttäuschung in Dubai war das Glück in Indonesien auf meiner Seite, denn diesmal konnte ich von einer Disqualifikation profitieren. Nachdem ich das Hauptrennen als Zweiter beendete, erfuhr ich schon früh von der möglichen Strafe gegen Luca Filippi, aber ich wusste nicht genau, was mit ihm passieren würde. Natürlich hofft man nicht, dass der Gegner aus der Wertung genommen wird. Ich wäre auch mit dem zweiten Platz zufrieden gewesen, denn auf der Strecke war ich der schnellste Mann. Ich konnte eine halbe Sekunde schneller fahren als Filippi, hatte aber mit Startplatz acht einen großen Nachteil.

Aber er hat gegen die Regeln verstoßen, genau wie wir ihn Dubai
Sébastien Buemi

Filippi's Team hat sich einen dummen Fehler erlaubt. Für ihn selbst war es kein Vorteil mit den Reifen seines Teamkollegen zu fahren. Es hat ihm absolut nichts gebracht - bis auf die Strafe. Aber er hat gegen die Regeln verstoßen, genau wie wir ihn Dubai, als unser Auto etwas zu tief war. Im Stress kann einem Team so etwas schnell passieren...es ist schade für ihn.

Im zweiten Rennen war von Platz acht nicht mehr viel möglich. Es gab viele Safety-Car-Phasen und ich hatte kaum Zeit, Gegner zu überholen. Immerhin konnten wir an diesem Wochenende zeigen, dass unsere Form nach oben zeigt - auch wenn wir im Nassen nicht ganz so schnell waren. Wir sind defintiv auf dem richtigen Weg.

Generell waren die Gelbphasen an diesem Wochenende ein großes Problem. Es hat immer sehr lange gedauert, bis die Streckenposten die Autos bergen konnten. So habe ich auf meinem Weg nach vorne immer viel Zeit verloren. Die Verhältnisse sind komplett anders als in Europa, wo die Streckenposten immer eine sehr gute Arbeit machen. Teilweise standen in Sentul die Autos weit im Kies und trotzdem haben sie versucht, die Boliden wieder auf die Strecke zu schieben.

Sébastien freut sich auf die nächsten Rennen © Andrew Ferraro/GP2

Auch die Streckenverhältnisse waren alles andere als sensationell. Auch wenn die Strecke schön zu fahren ist, war der Asphalt eine Katastrophe. Im Laufe des Wochenendes rissen immer mehr Steine aus der Strecke, die Helm und Auto beschädigten. Bei der A1 Grand Prix Serie im letzten Jahr war das noch nicht so - ich denke die Speedcars waren Schuld. Die dicken Kisten wiegen einfach sehr viel und haben den Untergrund stark belastet.

Als nächstes geht es zum Rennen nach Malaysia. Ich kenne die Strecke noch nicht, werde mich aber trotzdem intensiv vorbereiten. Mein Ingenieur kennt den Kurs bereits aus der Formel 1 und wird mir viele Tipps geben können. Nach einem Blick auf die Daten wird sich später zeigen, wie gut ich in Sepang zurecht komme. Anders als andere Piloten fahre ich die Strecke zuvor nicht auf der Playstation ab - da kann man sich höchstens den Streckenverlauf einprägen und den kenne ich schon aus dem Fernsehen. Klar, ich möchte meinen Aufwärtstrend fortsetzen und bin schon gespannt, wie es laufen wird.

Euer Sébastien Buemi
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Sébastien Buemi
Sébastien Buemi

Alles begann mit einem Weihnachtsgeschenk - einem Go-Kart. Danach ging es schnell durch die Formel BMW bis in die Formel 3 EuroSerie und sogar die GP2. Zudem fährt Sébastien für sein Heimatland Schweiz in der A1GP Serie.