GP2 - Kolumne - Andreas Zuber
Vollgas in Valencia
Motorsport-Magazin.com - Mein erster Besuch in Spa stellte eine große Herausforderung für mich dar. Spa ist ein sehr schneller Kurs, mit richtig spektakulären Kurven und für eine GP-Strecke eigentlich sehr lang. Da ich ja noch nie hier war, musste ich mir die Strecke erst einmal einprägen, also ging ich am Donnerstag um den Kurs. Am Freitag im freien Training spürte ich dann das erste Mal die hohen Anforderungen, die diese Strecke an den Fahrer und die Autos stellt. Die Kurven sind atemberaubend, besonders Eau Rouge hat es mir angetan. Im Großen und Ganzen war ich mit meinem Speed hier zufrieden. Laut den Telemetrieaufzeichnungen von Mecachrom war ich durch Eau Rouge der Schnellste. Ich habe auf dieser schwierigen Strecke schnell meinen Rhythmus gefunden und war im Qualifying auch vor Timo - das war also nicht so schlecht.
Doch im ersten Rennen gab es wieder einmal ein Problem. Mein Wheelspeed Sensor rechts hinten war aufgrund von Vibrationen defekt und hat falsche Werte geliefert. Als ich mich an den Start gestellt habe, wurden beim rechten Hinterrad 130 km/h gemessen und links null. Dadurch dachte die Software, ich drehe mich und hat in den Anti-Stall-Modus geschalten. Als ich dann starten wollte und die Kupplung kommen ließ, ist der Motor ausgegangen und das war's für mich.
Aber es hat ja nicht nur mich erwischt, sondern noch ein paar andere, inklusive meinem Teamkollegen - was bei ihm das Problem war, weiß ich aber nicht. Er fährt um die Meisterschaft, ich um gute Ergebnisse und dann gibt es immer wieder Probleme mit der Technik. Timo Glock hat sich danach ohnehin recht deutlich geäußert. Wir haben eigentlich schon das ganze Jahr das schnellste Auto und immer wieder trifft es iSport, wenn irgendwas kaputt geht. Meine Chancen um die Meisterschaft zu kämpfen, wurden durch die vielen technischen Probleme, die ich während der Saison hatte, zunichte gemacht.
Der Sonntag war aufgrund des schlechten Startplatzes wieder ein hartes Rennen. In Spa ist es noch schwerer zu überholen als in Monza. Durch die schnellen Kurven merkst du sofort, wenn dir durch die verwirbelte Luft vom Vordermann der Abtrieb fehlt und danach ist es schwer, auf der Geraden nahe genug ranzukommen, um überholen zu können. An ein paar Gegnern bin ich trotzdem vorbeigegangen, aber das war reinste Schwerstarbeit.
Jetzt geht es zum Finale nach Valencia - wo ich bei den Wintertests Schnellster war - und da wird es einfach wichtig, noch ein sehr gutes Wochenende zu haben. Wenn das Auto hält, sollte es auf jeden Fall auf das Podium gehen. Ich werde bestimmt noch einmal Vollgas geben, denn zumindest zum Abschluss will ich noch einmal eine Champagnerdusche mitmachen - oder vielleicht zwei. Danach werde ich schauen, wie es für das nächste Jahr aussieht. Kann gut sein, dass ich noch ein Jahr in der GP2 fahre. Es wird sich alles zeigen, lasst euch einfach überraschen.
Andi Zuber ist ein bekanntes Gesicht im GP2-Paddock. In dieser Saison nimmt er einen neuen Anlauf auf den Titel in der Nachwuchsklasse Nummer 1 - das Ziel ist die Formel 1.










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