GP2 - Kolumne - Bruno Senna
Neues Glück in Italien?
Motorsport-Magazin.com - So, mal sehen, ob jetzt in Monza mal wieder ein Wochenende von Anfang so gut läuft, wie das am Saisonanfang bei uns eigentlich normal war. In Istanbul war das immer noch nicht der Fall, vor allem, weil wir im Qualifying wieder viel zu langsam waren. Aber dann haben wir das Auto doch noch deutlich besser hingekriegt, am Samstag wäre auch schon noch mehr als der zehnte Platz drin gewesen, wenn ich mich nicht gleich in der ersten Runde gedreht hätte, weil plötzlich Luca Filippi vor mir auf der Strecke stand. Ich musste heftig ausweichen, bin dabei auf den Dreck gekommen, den er auf die Strecke geschaufelt hatte - und dabei hat es mich erwischt und ich musste von ganz hinten wieder angreifen, obwohl ich nach dem Start ja schon 13. war.
Aber wenigstens konnte ich am Sonntag mal die endlose Serie der Rennen ohne Punkte durchbrechen. Das ging ja schon seit Magny Cours so, seit meinem dritten Platz dort am Samstag hatte ich keinen einzigen Zähler mehr geholt, da war der eine Punkt für den sechsten Platz am Sonntag in der Türkei schon eine gewaltige Erleichterung. Auch wenn es noch mehr hätte werden können - ich war ja schon Fünfter, als ich wegen massiver Bremsprobleme noch einen ziemlich heftigen Ausritt hatte und zwei Plätze verloren habe. Direkt nach Rennende war ich da auch richtig sauer drüber, es hat eine Weile gedauert, bis ich mich über den Punkt wirklich freuen konnte. Denn ich will halt immer das Bestmögliche herausholen - und obwohl das Auto nicht mehr ganz so gut war wie am Samstag, wäre das eben zumindest Platz fünf gewesen. Aber nachher konnte ich mich zusammen mit meiner Familie dann doch richtig freuen - diesmal war ja auch ausnahmsweise meine kleine Schwester Paula mal mit bei einem Rennen.
In der Vorbereitung auf Monza war ich jetzt viel in Italien - da bin ich auch immer gerne. Letzte Woche habe ich schon einen Tag bei den Formel-1-Testfahrten in Monza verbracht. Ich wollte mir auf jeden Fall mal anschauen, was sich an der Strecke so verändert hat durch die letzten Umbauarbeiten. Es ist aber nicht so besonders viel, nur am Ausgang der Ascari-Schikane ist die Auslaufzone jetzt asphaltiert, wo vorher ein Kiesbett war. Ansonsten kenne ich die Strecke von Monza ja schon, ich bin dort 2005 mit der englischen Formel 3 gefahren, und dann in diesem Jahr noch ein paar Runden bei dem Test mit dem neuen Formula Masters Auto.
Der Testtag war auch sehr nützlich, um mit einigen Leuten zu reden, Kontakte zu machen - aber dass man da beim Zuschauen furchtbar viel lernt, was man dann selbst umsetzen kann, darf man sich nicht vorstellen. Dazu kam noch, dass Red Bull, wo ich ja ein bisschen über die Schulter schauen durfte, durch das Wetter und ein paar Problem nicht allzuviel gefahren ist.
Ich hoffe aber trotzdem, dass wir in Monza von Anfang an etwas besser dabei sein werden als zuletzt. Von der Grundabstimmung her sollte die Strecke dem Auto besser liegen, wir haben von Monza ziemlich gutes Datenmaterial und ich hoffe, dass das auch klappt, dass wir schon dort einen Daten- und Telemetrieexperten von Red Bull zur Seite gestellt bekommen. Was mich ein bisschen überrascht, ist, dass wir dort mit den harten Reifen fahren, das hätte ich gefühlsmäßig nicht unbedingt für notwendig gehalten. Aber gut, das ist für alle gleich und wir werden mal sehen, wie das funktioniert, das hängt sicher auch stark vom Wetter, von den Temperaturen ab.
Ich werde diesmal schon einen Tag früher als sonst in Monza sein, am Mittwoch - ich hab es ja nicht weit, mal kurz von Mugello rüber, wo ich am Dienstag noch einen PR-Tag für Ferrari hatte. Ich bin dabei aber auch noch mal mit dem Ferrari F430 zum Fahren gekommen, mit dem ich ja im Sommer in Silverstone die zwei Rennen gewonnen habe. Das hat viel Spaß gemacht, war eine nette Vorbereitung - ich hoffe nur, dass ich dann am Wochenende in Monza auch Spaß haben kann.

















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