Do, 19.07.2007

GP2 - Kolumne - Bruno Senna

Am Nürburgring will ich Silverstone vergessen machen

Auf Frust folgt Lust: Silverstone war eine Enttäuschung für Bruno. Nun brennt er auf das GP2-Wochenende am Nürburgring.
© Bumstead/Sutton

Motorsport-Magazin.com - Manchmal kommt eben alles anders, als man es sich gedacht oder erhofft hat. Silverstone war für mich schon eine ziemliche Enttäuschung. Nach dem freien Training war ich mir ja sicher gewesen, sogar um die Pole Position mitkämpfen zu können. Dass ich mir dann in der ersten schnellen Runde des Qualifyings einen Abflug geleistet habe, hat aber alles zunichte gemacht. Gut, es war nicht einfach, da die Reifen auf Temperatur zu bringen, da haben ja alle darüber geklagt - aber das soll keine Ausrede sein: Ich bin auf den Randstein gekommen, das Auto hat aufgesetzt - es war mein Fehler, keine Diskussion. Der Preis dafür war natürlich hoch: Denn wenn man ganz hinten steht, dann ist es selbst mit einem schnellen Auto auch in der GP2 schwierig, überhaupt noch in Punktenähe zu kommen.

Ein Blick zurück sorgt bei Bruno derzeit für Frust. © Sutton

Lange Zeit hatte ich freilich nicht, um über das verpatzte Wochenende nachzudenken. Am Montag nach Silverstone war ich schon in Spa, um dort mit dem Ferrari, mit dem ich ja im Juni in England die zwei Challenge-Rennen gewonnen habe, die Strecke nach dem Umbau kennenzulernen und mich so schon ein bisschen auf unsere Rennen dort im September vorzubereiten. Dann hatte ich in London zwei Tage PR- und Fototermine - also über mangelnde Arbeit kann ich mich nicht beklagen.

Und jetzt also Nürburgring. Hoffentlich kann ich da Silverstone möglichst schnell vergessen machen. Unser Auto sollte eigentlich auch da schnell genug sein, um in die ersten zwei, drei Reihen zu fahren. Und das wäre ja schon mal fast die halbe Miete - zumindest in Richtung Punkte. Wobei wir an einem grundsätzlichen Problem noch ein bisschen arbeiten müssen. In Frankreich hat es sich schon ansatzweise gezeigt, in England ist es dann massiv zum Tragen gekommen, weil ich so weit hinten stand: Mit vollem Tank sind wir noch nicht schnell genug, da ist das Auto oft schwierig zu fahren, es fehlt an Grip. So konnte ich ja auch immer erst in der zweiten Phase des Rennens wirklich attackieren. Da müssen wir uns abstimmungsmäßig etwas einfallen lassen, vielleicht etwas aggressiver an die Sache herangehen - aber dabei gleichzeitig aufpassen, dass wir uns dadurch dann keinen zu großen Reifenverschleiß einhandeln.

Ich würde mich natürlich besonders freuen, wenn es in Deutschland klappen würde. Ich weiß ja ganz genau, dass ich hier besonders viele und treue Fans habe.
Bruno Senna

Ich würde mich natürlich besonders freuen, wenn es in Deutschland klappen würde. Ich weiß ja ganz genau, dass ich hier besonders viele und treue Fans habe, denen würde ich natürlich gern eine gute Show bieten. Und an den Nürburgring habe ich auch sehr gute Erinnerungen: Wir sind ja 2005 Anfang September mit der britischen Formel 3 in der Eifel gefahren - und da habe ich mir damals meine erste Pole Position geholt und bin dann auch im Rennen Zweiter geworden, nur ganz knapp hinter Alvaro Parente.

Ach, noch was - weil gerade aus Deutschland dazu einige Fragen gekommen sind:Es gibt auf "My Space" einen Eintrag unter meinem Namen, ich weiß das auch schon seit einiger Zeit - aber ich habe damit nichts zu tun. Da hat halt jemand die Daten von meiner Website kopiert und das dann angelegt. Ist mir im Prinzip auch egal - nur also bitte nicht auf mich sauer sein, wenn sich etwa jemand dort meldet und keine Antwort bekommt! Am besten, ihr drückt mir statt dessen lieber direkt die Daumen, dass am Nürburgring alles klappt!

Euer Bruno Senna
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Schlagwörter: Nürburgring, GP2, Bruno Senna

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Bruno Senna

Der Name Senna verpflichtet. Bruno ist der Neffe des großen Ayrton und gibt genauso Gas wie sein berühmter Namensvetter. Nach der britischen F3 fährt er nun in der GP2.