GP2 - Kolumne - Bruno Senna
In Silverstone sollte noch mehr gehen
Motorsport-Magazin.com - Gut, aber nicht perfekt - so würde ich mein Magny Cours-Wochenende beschreiben. Mein dritter Platz im Qualifying, auf einer Strecke, auf der ich vorher noch nie war, war natürlich super, auch der dritte Platz im ersten Rennen, obwohl da ohne unseren etwas chaotischen Boxenstopp, bei dem ich die Spitze verlor, vielleicht etwas mehr drin gewesen wäre. Aber am Sonntag habe ich sicher nicht das Optimale aus meinen Möglichkeiten gemacht. Die Kollision mit meinem Teamkollegen Adrian Zaugg in der ersten Runde war sicher nicht glücklich, ich habe mich auch sofort bei ihm dafür entschuldigt. So etwas sollte nicht passieren - aber es geht halt sehr schnell, gerade, wenn es, wie da in der Anfangsphase, teilweise noch ein bisschen nass ist. So bin ich dann ja auch auf einem nassen Randstein noch mal weggerutscht. Dadurch, dass die Dinger angemalt sind, werden sie halt extrem rutschig. Dadurch habe ich sehr viele Plätze verloren, das hat mich mit Sicherheit einen weiteren Podiumsplatz gekostet, der vom Speed her ganz sicher möglich gewesen wäre.
Aber dafür bin ich jetzt für Silverstone erst recht zuversichtlich. Erstens einmal, weil die Fortschritte, die wir beim Ricard-Test gemacht haben und die schon in Magny Cours ihre Wirkung gezeigt haben, in Silverstone mindestens genauso auswirken sollten. Was mich besonders freut, ist, dass meine Zusammenarbeit mit meinem Ingenieur Mick Cook bei Arden inzwischen so perfekt ist. Da herrscht vollstes Vertrauen, nachdem meine Vorschläge, was man am Auto ändern könnte, in den meisten Fällen wirklich was gebracht haben... Wenn wir so weitermachen, ist in diesem Jahr sicher noch einiges drin.
Und zweitens, weil ich diese Strecke von allen im GP2-Kalender am besten kenne. Nicht nur aus den beiden letzten Jahren in der britischen Formel 3. Erst jetzt im Juni bin ich zwei Rennen in der Ferrari Challenge gefahren, einschließlich eines Testtages vorher, so dass ich dort jetzt wirklich bald jeden Zentimeter kenne. Die beiden Rennen haben mir auch wieder eine Menge Spaß gemacht, es lief ja auch sehr gut, zweimal Pole-Position, zwei Siege, was will man mehr? Und Gewinnen macht einfach immer Riesenspaß - egal, in welchem Auto, in welcher Serie und ob es dabei um Meisterschaftspunkte geht oder nicht.
Ich mag Silverstone auch sehr gerne, der Kurs liegt mir, ich war dort immer ziemlich gut - und so, wie unser Auto jetzt funktioniert, sollten wir da wirklich gut aussehen. Ein paar von den Punkten, die ich in Frankreich liegengelassen habe, möchte ich mir schon wieder holen. Und wenn man weiß, dass zumindest Podestplätze möglich sind, dann will man sie natürlich auch holen. Allerdings ist mir auch klar, dass es mir meine Konkurrenten von iSport, die ja wohl immer noch ein bisschen vor allen anderen liegen, nicht immer so leicht machen werden wie zuletzt in Frankreich. Ich habe zugegeben unter dem Helm schon ein bisschen gegrinst, als sich Timo und Andi im ersten Rennen vor mir direkt ins Auto gefahren sind. Irgendwie habe ich vorher ja schon das Gefühl gehabt, dass so etwas passieren könnte, ich habe es auch am Samstag Vormittag noch zu ein paar Leuten gesagt...
Wobei der Unfall an sich natürlich nicht zum Lachen war, so etwas kann auch anders ausgehen. Noch schlimmer sah der von Ernesto Viso aus - wobei ich davon während des Rennens erst mal gar nichts mitbekommen hatte. Aber nach dem Abbruch war mir schon klar, dass irgendetwas Größeres passiert sein musste, und mein Team hat es mir dann auch gesagt. Da macht man sich natürlich schon Sorgen, das ist kein schönes Gefühl, wenn man da lange im Auto sitzt, auf den Neustart wartet und nicht weiß, wie es dem Kollegen geht. Ich war dann schon sehr erleichtert, als ich dann gleich nach dem Rennen erfuhr, dass er so weit okay ist, so dass ich mich über meinen dritten Platz richtig freuen und auch mit Champagner spritzen konnte. Wäre schön, wenn das mit dem Champagner jetzt in England wieder klappen würde...



















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