GP2 - Theorie-Stunde in England
Kurz-Auftritt in Le Castellet
Motorsport-Magazin.com - Der Ruhe von Indianapolis folgte die Hektik von Europa. Nachdem Timo Glock beim Großen Preis der USA als Ersatzpilot beim BMW Sauber Team zum Zuschauen verdammt war, tobte er in der Woche drauf durch Südfrankreich und England - unterwegs in Sachen Testfahrer.
Vom Mittleren Westen der USA ging direkt in den Süden Frankreichs - zum GP2-Sommertest. Doch in Le Castellet fuhr Timo nur einen Vormittag. Danach musste er weiter zum Formel 1-Test nach Silverstone. In Le Castellet ließ Timo sich zunächst einen neuen Sitz aufschäumen. "Danach testete ich etwa zweieinhalb Stunden - in erster Linie, um zu sehen, ob der neue Sitz beim Fahren passt", berichtet Timo. "Daneben probierten wir noch zwei, drei Dinge beim Set-Up im Hinblick auf die Qualifikation. Meine Zeiten sind nicht aussagekräftig, weil ich direkt um 9 Uhr am Morgen rausgefahren bin, als die Strecke noch keinen Grip bot. Aber trotz der Hektik hat es auf jeden Fall Sinn gemacht, den Kurztest noch einzuschieben."
Am Freitag endete seine dreiwöchige Weltreise mit einem Besuch bei seinem Rennstall iSport in Norwich. Dort ging er mit seinen Ingenieuren noch einmal die Testdaten durch. Sein Teamkollege Andreas Zuber hatte den GP2-Test in Le Castellet dominiert. "Ich möchte mit dem Team besprechen, was für ein Programm Andreas Zuber durchgezogen hat und welche Erkenntnisse dabei rauskamen, damit ich die auch für mich verarbeiten und beim nächsten Rennen in Magny-Cours anwenden kann", erläutert Timo. "Bei uns Team herrscht ein sehr offener Umgang mit solchen Daten, denn schließlich haben beide Fahrer etwas davon, wenn das Team erfolgreich ist. Und in meiner Lage ist es wichtig, dass ich mich darauf verlassen kann, dass die Kooperation klappt - denn sonst ist die Doppelbelastung nicht zu stemmen. Schließlich will ich GP2-Meister werden und meinen Fuß weiter in die Formel 1-Tür stellen. Ich befinde mich in einer sehr entscheidenden Phase. Da muss alles zusammen passen."
Timo und Andreas gelten beim GP2-Lauf in Magny-Cours erneut als Favoriten. "Die Testleistung von Andy hat das untermauert", glaubt Timo. "Ich vertiefte mich in die Details, um zu sehen, warum das so ist - und gehe davon aus, dass ich in Magny-Cours ähnlich stark sein kann wie er beim Test. Es gibt keinen Grund, nicht optimistisch ins Loire-Tal zu reisen."
Zunächst einmal freut der Odenwälder sich aber auf ein ruhiges Wochenende. Im Gegensatz zum Vorjahr, schenkt er sich diesmal einen Besuch beim DTM-Spektakel auf dem Norisring und kehrt am Freitagabend nach der Rückkehr aus England bei seinen Eltern ein: "Ich freue mich auf ein ruhiges Wochenende - und bin auch froh, für ein paar Tage mal keine Rennstrecke sehen zu müssen. Schließlich geht es nächste Woche schon mit Volldampf weiter - und ich hatte bis jetzt noch nicht mal richtig die Gelegenheit, meine innere Uhr von US-Zeit wieder auf Europa zurückzustellen."









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