Mo, 12.03.2007

Mehr Motorsport - Kolumne - Bruno Senna

In Barcelona viel gelernt

Nach den ersten beiden GP2-Tests zieht Bruno Senna in seiner adrivo.com-Kolumne eine erste Bilanz und ist dabei ganz zufrieden.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - So - die Ferien in Brasilien sind endgültig vorbei, seit Ende Februar hat die Vorbereitung auf die neue Saison auch bei uns in der GP2 endgültig begonnen. Ich war ja zwischendurch im Januar schon mal in Europa, als offiziell mein Vertrag mit Arden in England bekannt gegeben wurde - was ja für Euch mit Sicherheit auch keine Überraschung mehr war, denn im Prinzip stand bereits vor Weihnachten alles fest.

Endlich ging es wieder ans Fahren © Andrew Ferraro/GP2 Series

Sicher habe ich auch in den Ferien viel gearbeitet, vor allem an meiner Fitness - aber ich muss zugeben, als ich in Paul Ricard dann zum ersten Mal wieder ins Auto stieg, kam ich mir doch ein bisschen eingerostet vor. Über zwei Monate nicht mehr gefahren zu sein, und dann ein nicht einfaches Auto auf einer gerade für Arden noch nie optimalen Strecke - das war nicht ganz leicht. Und dann habe ich am zweiten Tag auch noch mal ein leichtes Problem mit der Sehnenscheidenentzündung an der Hand bekommen, die mich auch letztes Jahr schon geplagt hat. Das hat natürlich vor allem in der schnellen Kurve auch nicht gerade geholfen…

Aber inzwischen bin ich wieder voll drin, und es läuft jetzt auch sehr vielversprechend. Im Team traut man mir inzwischen vor allem technisch auch einiges zu, mein Renningenieur vertraut meinen Aussagen immer mehr - das ist eine sehr positive Entwicklung.

Für mich ist dieses erste Jahr in der GP2 ganz klar ein Lehrjahr
Bruno Senna

Beim Test letzte Woche in Barcelona sind wir sehr viel weiter gekommen. Was dort sehr gut ist, ist, dass unsere harten Reifen da wirklich lange halten. Das heißt, man kann man lange fahren und dabei viel ausprobieren, ohne durch die Reifen zu große Veränderungen zu haben, die die Ergebnisse verfälschen. Wir haben viel erreicht, und ich konnte auch schon mal Dinge üben, die für mich ja in dieser Saison wieder völlig neu sein werden. So bin ich Rennsimulationen gefahren, mit Boxenstopps, um da die nötige Präzision zu bekommen, und auch, um dann mit kalten Reifen gleich wieder schnell fahren zu können - ich habe viel gelernt.

Am ersten Tag hat das Ergebnis zwar von den reinen Zeiten her nicht so toll ausgesehen, aber das lag daran, dass ich am Nachmittag meinen neuen Reifensatz nicht mehr nutzen konnte. Ich musste meine schnelle Runde abbrechen, weil da mein Landsmann Pizzonia mit seinem Abflug eine rote Flagge verursacht hat. Aber solange das nur beim Testen passiert und nicht im Qualifying, ist es ja nicht ganz so schlimm.

Die Stimmung ist ganz gut © GP2 Series

Am zweiten Tag waren dann auch die Zeiten okay, ich war immer unter den Top Ten. Dabei hätte meine schnellste Runde am Nachmittag sogar noch gut und gern drei, vier Zehntel schneller sein können. Im Mittelsektor hatte ich ja sogar Tagesbestzeit - aber es war dann doch noch ein kleiner Fehler drin, der Zeit gekostet hat. Wenn man bedenkt, dass ich einer der ganz wenigen bin, für die Barcelona komplettes Neuland wart - und nicht nur der neue Streckenteil - kann ich wohl recht zufrieden sein.

Für mich ist dieses erste Jahr in der GP2 ganz klar ein Lehrjahr. Natürlich möchte ich so gut wie möglich abschneiden, aber ich trete nicht mit dem Ziel an, dass ich gleich Meister werden muss. Das wäre vermessen, da gibt es andere Favoriten. Isport ist unglaublich und Timo und Zuber holen auch alles aus dem Auto raus. Auch ART ist sicher wieder sehr stark. Aber ich denke, wir können zumindest mit den anderen ganz gut dabei sein, wenn man jetzt mal Barcelona als Maßstab nimmt.

Sicher muss man noch abwarten, wie das auf anderen Strecken aussehen wird. Auf jeden Fall wird sehr wichtig sein, das Auto immer schnell auf eine neue Strecke abstimmen zu können, weil es in der GP2 ja sehr wenig Trainingszeit gibt. Dafür ist jetzt viel Basisarbeit nötig, wir müssen so viele Daten wie möglich sammeln. Ende dieser Woche geht es ja beim letzten Test - wieder in Paul Ricard - gleich weiter, ich bin also erstmal gut beschäftigt.

Euer Bruno Senna
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2 Leser-Kommentare
am 15. April um 10:25 Uhr
Anonymer Kommenar:
... und das warten hat sich gelohnt: im Sprintrennen nach stubser vom letzten Platz auf P8 ! SennaSationell !
am 20. März um 12:17 Uhr
Anonymer Kommenar:
Wenns nur endlich losgehen würde mit der GP2... Bruno, die Sennafans warten sehnsüchtig darauf, Dich endlich wieder fahren zu sehen.
Bruno Senna
Bruno Senna

Der Name Senna verpflichtet. Bruno ist der Neffe des großen Ayrton und gibt genauso Gas wie sein berühmter Namensvetter. Nach der britischen F3 fährt er nun in der GP2.