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Viel Spaß und viele Fans
Motorsport-Magazin.com - Ich war jetzt in Hockenheim bei meinem Gaststart im Porsche Cup zum ersten Mal bei einem DTM-Wochenende - und ich muss sagen, ich war schon beeindruckt, wie toll das alles organisiert ist, was den Fans da für eine Supershow geboten wird und was für gute Bedingungen auch die Serien im Rahmenprogramm haben. Dass das Fahrerlager offen ist, ist für die Fans natürlich eine tolle Sache, auch wenn es für uns Fahrer vielleicht manchmal ein bisschen anstrengend ist.
Ich glaube, ich habe bis jetzt kaum einmal an einem Rennwochenende so viele Autogramme geschrieben wie an diesem. Besonders gewundert habe ich mich nicht über den Wirbel, ich weiß ja, dass ich gerade in Deutschland schon sehr bekannt bin, das war schon 2005 so, als wir mit der englischen Formel 3 am Nürburgring gefahren sind. Und inzwischen kommen an die 70 Prozent meiner Fanpost aus Deutschland... Trotzdem waren wahrscheinlich irgendwann einige Leute sauer, weil ich sie einfach stehen lassen musste. Aber es gibt Situationen, da geht es einfach nicht anders, auch wenn es für den Einzelnen nicht immer zu erkennen ist. Ich gebe euch mal ein Beispiel.
Ich musste am Sonntagvormittag zu einem Fototermin mit Mathias Lauda an die Mercedes-Box. Ausgemacht war das für das Ende des DTM-Warm-Ups, also zwischen 9:50 und 10:00 Uhr. Ich war dann nach gut zehn Minuten Weg glücklich um ziemlich genau zehn vor zehn im Bereich des DTM-Fahrerlagers anzukommen. Wenn ich dann dort noch einmal stehen geblieben wäre und angefangen hätte, Autogramme zu schreiben, hätte ich nicht nur mir Ärger für's Zu-Spät-Kommen bei dem Termin eingefangen, sondern auch den Zeitplan einer Menge anderer Leute durcheinander gebracht, zum Beispiel den von Mathias, der ja auch noch andere Termine hatte, den der Mercedes-Crew und auch den der Medien-Leute... Und auf dem Rückweg musste ich es auch eilig haben, schließlich musste ich ja um halb elf schon wieder in meinem Porsche sitzen und am Vorstart stehen - und das möglichst einigermaßen ruhig und konzentriert und ohne Hektik. Da wird es dann wirklich schwierig, allen gerecht zu werden.
Hektik auf und neben der Strecke
Ich hoffe, dass zumindest die meisten meiner Fans das verstehen. Denn auch wenn es für mich bei meinem Porsche-Gaststart ja nicht ganz so sehr um Top-Ergebnisse ging, sondern vor allem darum, wieder so viel wie möglich zu lernen - ich wollte natürlich schon für mich und das EMC-Buchbinder-Team das Optimale herausholen und vor allem auch besser aussehen als bei meinem ersten Porsche-Auftritt in Monaco, wo ja sehr viel schief ging. Das hat auch geklappt, und das Fahren hat mir diesmal richtig Spaß gemacht - auch wenn es erst mal gar nicht so gut anfing. Dass ich mich Freitag früh auf meiner Out-lap gleich ins Kiesbett gedreht habe, war mir schon reichlich peinlich. So was sollte eigentlich nicht passieren... Aber es war unglaublich glatt, und zu meiner Entschuldigung kann ich ja vielleicht vorbringen, dass ich zum ersten Mal auf der Strecke war und nicht wusste, dass die Grip-Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Asphalt so extrem sind. Zum Glück ist nicht allzu viel am Auto passiert, so dass die Mechaniker nicht allzu viel zusätzliche Arbeit hatten und ich nach einer Viertelstunde wieder weiterfahren konnte.
Bis zum Samstag im Qualifying hatte ich mich dann auch schon richtig gut an das Auto und an die Strecke gewöhnt. Ohne mein schon fast traditionelles Pech mit gelben Flaggen und Verkehr hätte ich mein Ziel, unter die Top Ten zu fahren, auch ganz sicher erreicht. So war es halt nur der 13. Startplatz - aber ich wusste: Ich kann in diesem Auto schnell sein und im Rennen dann hoffentlich auch ein paar Leute überholen. Gesagt, getan - es kam dann auch wirklich so: Gleich nach dem Start habe ich mich schon an zwei oder drei Leuten vorbei geschoben - aber dann war es da in der ersten Runde an einer Stelle doch noch ziemlich nass und ich habe mich gedreht - wie übrigens ein paar andere auch. So bin ich als 21. oder 22. wieder an Start und Ziel vorbeigekommen, aber dann ging die Aufholjagd richtig los. Für mich war diese Art von Rennfahren eine ganz neue Erfahrung. Es war ja mein erstes Rennen in einem "Auto mit Dach" - in Monaco bin ich ja damals wegen einer verbrannten Kupplung nur ein paar hundert Meter gefahren.
Just for fun
Es ist schon toll, was man mit diesen Autos alles machen kann, was mit einem Formel 3 gar nicht geht: Ganz dicht an den Vordermann heranfahren, ihn richtig unter Druck setzen, in einen Fehler treiben, auf der Bremse überholen. Mein Auto war auch richtig gut, gerade beim Anbremsen - und so konnte ich einen nach dem anderen einkassieren und mich wieder bis auf Platz elf nach vorne schieben. Meine Rundenzeiten waren dann, wenn ich frei fahren konnte, auch nicht schlecht - im Schnitt waren meistens nur die ersten drei oder vier schneller. Ich glaube, das Team war auch ganz zufrieden mit mir. Ich habe jedenfalls selten in einem Rennen so einen Riesenspaß gehabt, ich glaube, das hat man mir hinterher auch noch eine ganze Weile angemerkt - auch noch mal auf diesem Weg ein Dankeschön an die Mannschaft von Alex und Axel dafür, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben.
Leider ist dann kurz vor Schluss eine Wasserleitung kaputtgegangen. Ich weiß nicht, ob dass die Folge davon war, dass mich Christian Mamerow von hinten mal angeschubst hat - ansonsten war der Stoß nicht so schlimm, ich konnte das Auto ganz gut abfangen... Jedenfalls bin ich dann einmal fast weggerutscht, weil das Kühlwasser offenbar hinten auf die Reifen gespritzt ist, die Warnlampe im Cockpit war auch an. Ich habe kurz überlegt, ob ich versuchen soll, mich doch noch irgendwie ins Ziel zu retten, um dem Team noch ein paar Punkte zu sichern, es war ja nur noch eine Runde. Aber dann habe ich mir gedacht, wenn dabei der Motor hochgeht, wird das für die sehr teuer - und bin doch lieber an die Box gekommen. Aber jetzt überlege ich schon, ob ich vielleicht in Zukunft mal wieder ein Tourenwagen-Rennen oder so was fahren soll - einfach so zum Spaß haben...
In dieser Saison war es aber erstmal mein letzter Renneinsatz. An "Winterpause", Urlaub und Erholen ist trotzdem noch nicht zu denken: Diese und nächste Woche fahre ich ja wieder GP2-Tests, diesmal bei Arden, ART und iSport - und vielleicht dann auch noch mal Anfang Dezember. Danach sollte dann hoffentlich bald endgültig feststehen, für welches Team ich 2007 an den Start gehen werde.















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