So, 17.09.2006

GP2 - Kolumne - Timo Glock

Der richtige Schritt

Timos Hand geht es nach dem GP2-Saisonfinale nicht so gut, seine Zukunftschancen stehen nach der Saison aber sehr viel besser.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Als ich zu Saisonbeginn meinen Wechsel aus der Champ Car Serie in die GP2 bekannt gab, zweifelten einige daran, ob dies die richtige Entscheidung war. Elf GP2-Rennwochenenden später lässt sich sagen: Es war absolut die richtige Entscheidung! Die GP2 hat sich gut entwickelt, die Autos sind gut und es gab nicht mehr so viele technische Probleme wie im letzten Jahr. Deshalb ist die GP2 ganz klar die Nummer 2 hinter der Formel 1. Mein Wechsel war der richtige Schritt.

Den Wert bewiesen

Der Hintergedanke dabei war, dass ich mich im Rahmen der Formel 1 bei den GP2-Rennen besser in Szene setzen konnte als bei einem weiteren Jahr in den USA. Leider konnten wir den Beweis für diese Theorie erst in der zweiten Saisonhälfte antreten, aber dafür klappte es in dieser umso besser. Ich konnte beweisen, dass ich zu den Top-Fahrern dieser Saison gezählt habe. Ein wichtiger Meilenstein war mein erster Sieg in Magny Cours. Eine noch größere Erleichterung war allerdings das Rennen in Silverstone, wo ich beweisen konnte, dass die Durststrecke der ersten Saisonhälfte nicht an mir lag und ich das Zeug dazu besitze ganz vorne mitzufahren.

Ab diesem Wochenende in Silverstone verlief die Saison genau so, wie wir uns das von Anfang an gewünscht hätten. Aber wir können die erste Saisonhälfte nicht ungeschehen machen und müssen mit dem zufrieden sein, was wir erreicht haben. Wir haben bis zuletzt um den 3. Platz in der Meisterschaft gekämpft und haben in der zweiten Saisonhälfte bis Monza die meisten Punkte geholt. Wenn wir von Beginn an bei iSport gewesen wären, hätten wir sogar um die Meisterschaft fahren können. Aber hätte, wäre, wenn bringt uns nicht weiter. Immerhin haben wir das Beste aus der Situation gemacht; nur beim letzten Rennen war das Glück leider nicht ganz auf unserer Seite.

Schlimmer als gedacht

Im Gegenteil: Das letzte GP2-Wochenende des Jahres endete mit einer Verletzung im vorletzten Rennen. Das Übel nahm nach der Safety Car Phase seinen Lauf. Alex Premat hatte mich lange aufgehalten und geblockt. Als ich dann in Lesmo 2 aus seinem Windschatten ausscherte, hat er vor mir vier- oder fünfmal die Linie gekreuzt. Dabei habe ich ihn zweimal berührt. Hinter uns war noch Luca Filippi, der vor der Ascari an mir vorbeiging, aber im Eingang zu schnell war. Also versuchte ich außen an ihm vorbeizugehen, kam aber leider auf die schmutzige Fahrbahnseite und verlor weitere Plätze an José Maria Lopez und Franck Perera. Deshalb fuhren wir zu dritt auf die Parabolica zu, wo ich Lopez ausbremsen wollte. Während er vielleicht etwas früher auf die Bremse ging, bremste ich relativ spät und fuhr auf ihn auf. Dadurch brach mein Heck aus und ich musste stark gegenlenken. In diesem Moment fuhr Adrian Valles über mein Vorderrad, er kam innen über den Kerb, wo überhaupt kein Platz mehr war. Dabei bekam ich einen Schlag und zog mir die Handverletzung zu.

Obwohl es am Sonntagmorgen noch nicht so schlimm aussah, entschieden wir nicht im zweiten Rennen anzutreten. Es hat einfach keinen Sinn gemacht im Sprint zu fahren. Gerade in Monza muss man hart über die Kerbs räubern und das wäre nicht gut gegangen. Aus diesem Grund wollten wir kein Risiko eingehen. Im Nachhinein hat sich dann herausgestellt, dass relativ viel "kaputt" ist. Die Kapsel ist ziemlich stark beschädigt, zwei Mittelhandknochen sind stark geprellt und der Muskel in der Innenhand ist ziemlich stark gezerrt. Wenn die Erstbehandlung in Italien besser gewesen wäre, könnte es jetzt schon besser aussehen. Aber so wird sich die Verletzung noch eine Weile hinziehen - die Ärzte sprechen von vier bis sechs Wochen, aber vielleicht bin ich ja schon etwas früher wieder fit.

Leider war dies nicht gerade der beste Zeitpunkt, um sich eine Handverletzung zuzuziehen. Schließlich arbeiten wir gerade an einigen Optionen für meine Zukunft. Aber da steckt man nicht drin. Wir müssen jetzt das Beste daraus machen und vielleicht gibt es ja noch eine Möglichkeit, wenn meine Verletzung schneller heilen sollte.

Euer Timo Glock
Artikel bewerten
kommentieren
versenden
drucken
  • schlecht
  • mäßig
  • brauchbar
  • gut
  • super

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews
2 Leser-Kommentare
am 25. Februar um 01:36 Uhr
Anonymer Kommenar: autogramm adresse
Hi Sebastian hab gesehen das du nach einer autogrammadresse suchst ich wohne in der stadt in der timo zur zeit auch wohnt und weiß daher das er bei tolimit sein manager hat und hab dort dann auf der seite gesehen das man dort autogrammkarten bekommen kann. hier haste die adresse http://www.speed-academy.de/timoglock.html
am 23. Februar um 22:55 Uhr
Sebastian1985: BMW´s eiserne Reserve
Mit Timo Glock hat BMW nicht nur einen sehr guten Testfahrer unter Vertrag sondern auch einen hervorragenden Rennfahrer der den beiden Stammfahrern Heidfeld und Kubica in nichts nachsteht. Er ist neben Sebastian Vettel, Markus Winkelhock und Adrian Sutil einer von VIer deutschen Hoffnungsträgern im internationalen Motorsport. Sollte also mal einer von BMW´s Stammpiloten für längere Zeit ausfallen brauchen sie sich bei Timo Glock keine Sorgen machen. Wünsche viel Glück für die Zukunft. Wäre toll wenns von Timo Glock auch ne Autogramm Adresse gäbe.
Timo Glock
Timo Glock

WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.