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F3 - Volles Programm: Von Spa über Frankreich nach Zandvoort
Motorsport-Magazin.com - Im Moment habe ich wirklich ein absolut volles Programm - letztes Wochenende waren wir ja in Spa, jetzt an diesem Wochenende fahre ich beim Formel 3 Masters in Zandvoort, wo ja vor allem die britische und die F3 Euroserie miteinander konkurrieren. Zur Vorbereitung auf Zandvoort haben wir am Dienstag auch noch einen Testtag in Frankreich eingelegt, in Lurcy-Levis, um die Reifen auszuprobieren, mit denen wir in Holland fahren werden.
Denn dort wird ja mit den Kumho-Reifen gefahren, mit denen die Euroserie das ganze Jahr über antritt, unser normaler Ausrüster in England ist Avon. Das ist natürlich schon eine Umstellung. Beim Testen habe ich gemerkt, dass der Kumho, was den Grip angeht, dem Avon sogar überlegen zu sein scheint, allerdings verlangt er einen etwas anderen Fahrstil. Mit dem Avon kann man auch noch ein bisschen in die Kurven hinein bremsen, der Kumho mag das gar nicht. Da sollte man das Bremsmanöver praktisch schon auf der Geraden abgeschlossen haben, und mit höchstens ganz geringem Druck auf das Bremspedal in die Kurve einlenken. Besonders in langsamen Ecken macht sich das ziemlich stark bemerkbar.
Grundsätzlich bin ich bei dem Test gut zurecht gekommen, ich war der Schnellste von uns drei Räikkönen-Robertson-Fahrern, auch eine Zehntelsekunde vor meinem Teamkollegen Mike Conway. Mal sehen, was jetzt in Zandvoort rauskommt, leicht wird es sicher nicht, denn durch die Reifensituation haben die Euroserie-Teams schon einen gewissen Vorteil, einfach weil sie damit wesentlich vertrauter sind. Wir müssen uns was einfallen lassen - vielleicht können wir sie ja überraschen. In den letzten 15 Jahren hat nur einmal ein Brasilianer das Masters gewonnen - Fabio Carbone 2002. Wäre natürlich super, wenn ich das auch schaffen könnte...
Aufholjagd blieb unbelohnt
In Spa letztes Wochenende lief es ja schon nicht schlecht - es hätte allerdings auch noch besser sein können. Immerhin stand ich wieder zweimal als Dritter auf dem Podium und habe mir damit auch meinen zweiten Platz in der Meisterschaft von Oliver Jarvis zurückgeholt. Im ersten Lauf stand ich nur auf dem fünften Startplatz, weil ich im Qualifying mal wieder ein bisschen Pech hatte: Gerade als ich auf meiner schnellsten Runde war, kam die rote Flagge raus, weil mein Teamkollege Mike Conway abgeflogen war. Im Rennen war dann typisches Spa-Wetter: Am Start schon leicht feuchte Strecke - und es zeichnete sich ab, dass es eher nass werden würde. Also habe ich - wie viele andere auch, gepokert, bin schon nach der Aufwärmrunde in die Box gekommen, um mir Regenreifen zu holen. Aber dann gab es wohl ein Missverständnis zwischen Rennleitung und Streckenposten - die haben uns jedenfalls erst wieder aus der Boxengasse raus gelassen, als der Rest des Feldes schon fast in Blanchimont war. Nachher haben die Offiziellen gegenüber unserem Teammanager Boyo zugegeben, dass wir dadurch etwa 35 Sekunden verloren haben.
Dieser Zeitverlust war dann natürlich nicht mehr ganz aufzuholen - obwohl ich zum Schluss, als es richtig nass war, gute zehn Sekunden pro Runde schneller war als das Spitzenduo, die auf Slicks geblieben waren. Am Ende haben mir sechs Sekunden gefehlt - eine Runde mehr, und ich hätte wohl trotzdem noch gewonnen. So war es halt "nur" der dritte Platz - aber immerhin bin ich ja auch nach dem Reifenwechsel nur als 18. losgefahren - und das noch mit dem großen Rückstand. Es war wirklich ein heißes Rennen, viele Zweikämpfe, auch mit meinem Teamkollegen Mike Conway, den ich schließlich hinter mir lassen konnte, was natürlich gut war, dazwischen immer wieder gelbe Flaggen und Unfälle. Dadurch konnte man auch nicht immer gleich überholen, hing manchmal ein bisschen hinter einem langsameren Auto fest, was auch wieder ein bisschen Zeit gekostet hat, die am Ende gefehlt hat, um noch ganz nach vorne zu kommen.
Überholmanöver satt
Im zweiten Lauf am Samstag früh stand ich dann neben Maro Engel in der ersten Startreihe - und ich bin wirklich mit dem Gedanken ins Rennen gegangen, mir den verlorenen Sieg vom Freitag zurückzuholen. Am Anfang lief auch alles nach Plan, ich konnte Maro gleich nach dem Start überholen und mir dann auch einen kleinen Vorsprung von etwa zwei Sekunden herausfahren. Aber vielleicht habe ich dabei meine Reifen etwas überstrapaziert, Maro ist wieder herangekommen und hat Druck gemacht. In der sechsten Runde hat er in Les Combes versucht, mich auszubremsen, ich habe versucht, meine Position zu verteidigen und ihn gleichzeitig nicht zu berühren. Dabei habe ich mich dummerweise gedreht - und dann hat mich von hinten auch noch Christian Bakkerud erwischt. Zum Glück war mein Auto nur leicht beschädigt, ein bisschen am Heckflügel und an einem Hinterrad. Ich konnte weiterfahren, war aber natürlich ziemlich weit zurückgefallen, auf den achten Platz. Also war die nächste Aufholjagd fällig - und tatsächlich konnte ich mich wieder bis auf Platz drei vorkämpfen. Glücklicherweise gibt es in Spa einige Stellen, wo man wirklich überholen kann.
Insgesamt war das Wochenende also nicht schlecht, aber wie gesagt, es hätte auch noch besser sein können. Am Freitag haben die Offiziellen mir nicht geholfen, am Samstag habe ich mir selbst nicht geholfen. Aber wenn man unbedingt gewinnen will, passiert halt auch mal so was. Und ich muss sagen, Maro war in diesem Rennen wirklich schnell und hat den Sieg auch verdient. In der Meisterschaft habe ich jetzt wieder ein Pünktchen mehr Rückstand auf Conway, aber das macht bei dem Abstand von 47 Punkten auch keinen großen Unterschied mehr. Er hat schon einen großen Vorsprung - aber andererseits hat ja auch gerade erst die zweite Hälfte der Meisterschaft begonnen und es kann noch viel passieren. Und außerdem habe ich in Spa wahrscheinlich so viele Autos auf einmal überholt wie noch nie zuvor in meiner Karriere!















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