GP2 - Kolumne - Timo Glock
Sieg für das Team
Motorsport-Magazin.com - Platz 3 ist ein gutes Ergebnis. Somit hätte ich am Samstagabend eigentlich zufrieden sein können, insbesondere da meine Leistung im 1. Rennen sehr gut und vor allem extrem konstant war. Andererseits war ich schon etwas sauer, da ich ohne die Durchfahrtsstrafe schon am Samstag hätte gewinnen können.
Mein Start war nicht perfekt. Ich hatte das gleiche Kupplungsproblem wie in Magny Cours, welches wir aber über Nacht beheben konnten. Nachdem ich viele Plätze am Start verloren hatte, kämpfte ich mich bis auf Platz 2 nach vorne und ging mit einem sensationellen Boxenstopp in Führung. Bis zu meiner Durchfahrtsstrafe lag ich dann in Führung. Woran es gelegen hat, wissen wir immer noch nicht genau: Aber wir haben vorsichtshalber den Schalter ausgetauscht, da ich fünf Mal gedrückt habe, bis er funktioniert hat.
Am Sonntagmorgen bin ich dann aufgestanden und sagte: Ich gewinne dieses Rennen jetzt für meine Mechaniker, mein Team, mich selbst und natürlich mein Heimrennen - schließlich wohne ich nur 50 Minuten entfernt.
Entsprechend entschlossen ging ich zur Sache: Schon am Start konnte ich einige Plätze gutmachen. Danach überholte ich Giorgio Pantano und machte mich auf die Verfolgung von José Maria Lopez. Mit vollen Tanks war mein Auto noch nicht ganz perfekt, weswegen ich ihm nicht ganz so wie gewünscht näher kam; daran müssen wir noch etwas arbeiten. Aber als das Auto im Laufe des Rennens leichter wurde, war es fantastisch zu fahren und ich konnte den Abstand immer weiter verkürzen.
Leider gingen mir gegen Ende des Rennens die Runden aus - eigentlich hätte ich noch drei Runden mehr gebraucht. Allerdings merkte ich, dass Lopez immer mehr Fehler beging und sich öfter einmal verbremste. Da ich mir im Samstagsrennen ebenfalls einen Bremsplatten eingefangen hatte, wusste ich, dass er ein Problem hatte und übte noch mehr Druck auf ihn aus.
Eingangs der letzten Runde war es soweit: Er lenkte ein und das Auto fuhr teilweise geradeaus. Diese Chance wollte ich nutzen: Ich ging mit ihm auf die Innenseite, so dass er dort zumachen musste, und habe ihn dann ausbeschleunigt.
Am nächsten Wochenende wird das Überholen noch schwieriger: Der Hungaroring ist nicht gerade der überholfreundlichste Kurs im Rennkalender. Dennoch ist alles möglich. Natürlich wird es sehr wichtig im Qualifying in die erste Startreihe zu gelangen, aber unser Auto ist verdammt gut und wir sind das Team, das in den letzten Rennen die meisten Punkte geholt hat - warum sollte das jetzt auf einmal anders sein?
WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.









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