Di, 13.06.2006

GP2 - Kolumne - Timo Glock

So macht es richtig Spaß

Er ist wieder da: Timo hat in Silverstone den Spaß am Rennfahren zurückerlangt. Jetzt würde er am liebsten gleich weiterfahren.
© GP2

Motorsport-Magazin.com - Nach dem letzten Rennen war ich noch enttäuscht und sagte, dass ich an dieser Stelle liebend gerne über bessere Ergebnisse berichten würde. Jetzt ist der Bann endlich gebrochen: In Silverstone gab es wahrlich Grund zur Freude!

Ich habe das Team gewechselt und war mit iSport von Anfang an vorne dabei. Egal ob Freies Training, Qualifying oder Rennen - alles lief supergut. Bereits nach zwei Minuten habe ich mich am Mittwochabend bei iSport so wohl gefühlt, als ob ich schon die gesamte Saison dort fahren würde. Die Mechaniker sind superfreundlich und leisten einfach klasse Arbeit.

Ich wusste von Beginn an, dass unser Auto für die Top5 oder sogar Top3 gut sein würde. Dieser Eindruck hat sich im Qualifying mit Platz 5 bestätigt. Da ich mir im Vorfeld die Rennhistory des Teams angesehen hatte, wusste ich, dass das Auto auch im Rennen extrem gut und konstant sein würde.

Ende der Pechsträhne

Genauso sollte es im Samstagsrennen kommen: Ich hatte einen guten, wenn auch nicht perfekten Start, konnte Piquet überholen und lag dann hinter Premat und Carroll. Mein Auto war schneller als die beiden vor mir Platzierten, aber als ich in ihrem Windschatten hing, musste ich zurückstecken, da meine Bremsen dadurch zu heiß wurden und mein Auto Untersteuern entwickelte.

Glücklicherweise konnte ich Adam Carroll beim Boxenstopp passieren und aufgrund von Alexandre Premats Durchfahrtsstrafe bis auf Platz 2 vorstoßen. Nach der ersten Safety Car-Phase glaubte ich sogar Lewis Hamilton attackieren zu können. Aber leider hat es nicht ganz gereicht. Nach der zweiten Safety Car-Phase bauten meine Reifen ab und er konnte einfach eine höhere Pace gehen. Eigentlich war er nur in zwei Kurven schneller als ich, aber dort hatte er einfach mehr Traktion.

Trotzdem: Mit Platz 2 bin ich sehr zufrieden. Meine Pechsträhne der vorangegangenen Rennen war damit endgültig vergessen und ich konnte beweisen, dass der enttäuschende Saisonstart nicht an meinen Leistungen gelegen hat.

Mit Wut im Bauch

Der Sonntag begann leider nicht ganz so gut: Nachdem ich im 1. Rennen beim Start durchdrehende Räder hatte, wollte ich diesmal auf Nummer sicher gehen und wärmte meine neuen Reifen extrem stark an. Als Premat dann vor mir stehen blieb und ich an ihm vorbeifahren wollte, blieb mein Auto fast auf dem Asphalt kleben und ging danach auch noch aus. Aber ich war nicht der einzige mit einem solchen Problem: Lewis Hamilton sagte mir, dass seine neuen Reifen ebenfalls so viel Grip aufgebaut haben, dass auch sein Auto beinahe abgestorben wäre.

Als ich deshalb ganz hinten in der Startaufstellung Position beziehen musste, hatte ich einen entsprechend dicken Hals. Genauso bin ich ins Rennen gestartet und habe gleich in der ersten Runde acht oder neuen Autos überholt.

So ging es weiter, bis ich auf Giorgio Pantano auflief. Er fuhr mit ziemlich viel Flügel und hatte demnach ein großes aerodynamisches Loch hinter seinem Auto. In einer ziemlich schnellen Passage war ich zu nah an ihm dran und merkte sofort wie das Auto untersteuerte. Als ich dann in den Wind kam, hatte ich wieder Anpressdruck und das Heck drehte sich weg.

Durch die Disqualifikation von Felix Porteiro holte ich trotzdem noch einen Zähler. Die Punkte waren mir an diesem Wochenende aber eh nicht so wichtig. Viel wichtiger war zu sehen, wie gut unser Auto funktioniert und dass ich eine Chance gehabt hätte mit Hamilton um den Sieg zu kämpfen. Das stimmt mich für die nächsten Rennen positiv. Mir macht es momentan sogar so viel Spaß, dass ich am liebsten gleich am nächsten Wochenende wieder fahren würde und nicht erst wieder im Juli in Magny Cours.

Euer Timo Glock
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Timo Glock
Timo Glock

WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.