Mi, 31.05.2006

GP2 - Kolumne - Timo Glock

Vom Pech verfolgt

Timos Pechsträhne setzte sich in Monaco fort: Wieder streikte sein rotes Arbeitsgerät...
© GP2

Motorsport-Magazin.com - Liebend gerne würde ich an dieser Stelle über tolle Rennen, gute Ergebnisse und Siege berichten - doch leider läuft es in diesem Jahr einfach nicht rund. So richtig weiß ich selbst nicht, was ich tun soll, damit mir das Glück wieder hold ist.

Ich bin in Monaco von Platz 17 auf Rang 5 vorgefahren - mehr kann man dort fast nicht erreichen. Wenn dann plötzlich das Getriebe den Geist aufgibt, bin ich aber vollkommen machtlos. Die aktuelle Situation ist wirklich schwierig: Es geht mir schon sehr auf die Nerven, dass ständig etwas anderes kaputt geht. Hoffentlich werde ich dieses Pech bald los und schleppe es nicht die gesamte Saison mit mir herum.

Gute Boxenstoppstrategie

In Monaco kam hinzu, dass es im entscheidenden Qualifying nicht wie erhofft gelaufen ist. Eine halbe Stunde vorher hatten wir im Freien Training noch ein Auto, das gut genug für die Top10 war. Aber als es darauf ankam, hat es im Qualifying aus verschiedenen Gründen erneut nicht zusammengepasst.

Das Ergebnis war wieder nur ein 17. Startplatz. Das Rennen war dennoch okay: Wir sind mit einer anderen Boxenstrategie als die Konkurrenten gefahren und blieben ziemlich lange draußen. Dadurch konnte ich viele Plätze gutmachen. Gleiches gilt für den Startunfall, an dem ich mich gut vorbeimogeln konnte.

Unsere Rundenzeiten im Rennen waren ebenfalls in Ordnung. Für die Spitzenzeiten von Lewis Hamilton reichte es natürlich nicht - aber ich weiß eh nicht, wo das Team diese Performance herzaubert. Trotzdem lag ich auf einem sicheren fünften Platz, als das Auto wieder einmal stehen blieb.

Motorsport ist gefährlich

Was den Straßenkurs im Fürstentum angeht, so gibt es wohl nur zwei Meinungen darüber: Entweder man liebt Monaco oder man hasst es. Ich bin Stadtkurse aus meinem Jahr in der ChampCar Serie gewohnt. Dort gab es viele Stadtrennen auf ähnlichen Kursen. Monaco ist eine gute Show und es macht Spaß dort Rennen zu fahren - zumindest so lange man auch ins Ziel kommt.

Natürlich ist es gefährlich auf einer so engen Strecke ohne Auslaufzonen zu fahren, aber Motorsport ist immer gefährlich. Wenn man mit 360 km/h durch die Gegend fährt, ist es egal auf welcher Rennstrecke man sich befindet. Ein gewisses Risiko ist immer vorhanden.

Mit Silverstone wartet die nächste schnelle Strecke auf uns. Ich kenne den Kurs aus meiner F1-Zeit mit Jordan noch sehr gut, möchte aber keine Vorhersagen treffen. Derzeit ist unser Auto einfach noch nicht schnell genug. In Silverstone sollen wir angeblich einen neuen Stabi erhalten, der schon für Monaco angekündigt war. Vielleicht läuft es damit ja besser...

Euer Timo Glock
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Timo Glock
Timo Glock

WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.