GP2 - Kolumne - Timo Glock
Ein kleiner Lichtblick
Motorsport-Magazin.com - Am Nürburgring erlebte ich mein erstes Heimrennen seit einiger Zeit. Einen großen Unterschied hat das für mich nicht gemacht, aber es war schon angenehm einmal eine kürzere Anreise zu haben und wieder in Deutschland zu fahren. So ein großer Rummel wie in der Formel 1, herrschte bei uns in der GP2 aber nicht.
Aus sportlicher Sicht verlief das Rennwochenende mit Höhen und Tiefen. Im Zeittraining habe ich die drei Sektoren nicht richtig zusammenbekommen. Am Samstag versagte dann mein Kupplungssensor, wodurch der Druckpunkt der Kupplung nicht mehr passte. Deshalb musste ich aus der Box starten und konnte natürlich kein Superergebnis mehr einfahren.
Das Positive an diesem Rennen war jedoch, dass ich im Rennverlauf als einziger die schnellsten Rennrundenzeiten von Lewis Hamilton relativ easy mitgehen konnte.
Im zweiten Rennen konnte ich diesen Speed leider nicht ausnutzen, da ich von Platz 17 starten musste. Ich fuhr bis auf Rang 11 nach vorne und hing Fairuz Fauzy im Getriebe, aber als ich aus der letzten Kurve heraus beschleunigen wollte, sprang plötzlich der Anti-Stall-Modus an. Warum weiß ich leider immer noch nicht.
Der Motor lief noch, aber ich konnte keine Gänge mehr einlegen. Als ich versuchte die Kupplung zu ziehen und neu zu starten, ging der Motor endgültig aus.
Gefräßige Reifen
Die schnellen Runden vom Samstag machten uns aber Mut für das nächste Rennen in Barcelona - zumindest sahen wir es als Anzeichen für einen Aufwärtstrend an.
Es sollte jedoch anders gekommen: Mein erster Reifensatz im Samstagsrennen funktionierte überhaupt nicht. Schon nach drei Runden war mein linker Hinterreifen komplett zerfressen. Leider wissen wir nicht, wie es dazu kommen konnte. Barcelona ist zwar für seinen rauen Asphalt bekannt, aber eine so extreme Abnutzung hatten wir nicht erwartet.
Nachdem wir die Hinterreifen gewechselt hatten, konnte ich den Speed mitgehen, wurde allerdings von Felix Porteiro aufgehalten, der schon eine Runde zurück war. Trotz einiger Überholmanöver wurde ich am Ende nur Zwölfter.
Wie in Barcelona üblich haben sich die Streckenverhältnisse im Laufe des Wochenendes stark verändert. Darüber klagten auch Adam Carroll und Michael Ammermüller. Aus diesem Grund konnte ich am Sonntag nicht viel ausrichten und wurde letztendlich Zehnter.
Späte Bremspunkte
Hinzu kam, dass Überholmanöver wie erwartet extrem schwierig waren. In Barcelona kann man ziemlich spät und tief in die Kurven hineinbremsen, was alle Fahrer hervorragend ausnutzen, um in den schnellen, aerodynamisch anspruchsvollen Kurven nicht überholt zu werden.
Ähnlich wenige Überholmanöver drohen uns beim nächsten Rennen in Monaco. Dort kommt wieder einmal alles auf das Zeittraining an. Vorhersagen sind für den Straßenkurs immer sehr schwierig - besonders in unserer Position. Derzeit scheinen wir uns auf den Plätzen 10 bis 12 eingependelt zu haben. Vielleicht können wir ja im unberechenbaren Monaco etwas mehr herausholen.
Einen kleinen Vorteil habe ich dabei auf meiner Seite: Im letzten Jahr konnte ich in den USA viel Erfahrung auf Straßenkursen sammeln, die mir in Monaco sicherlich etwas helfen kann.
WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.









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