Mi, 26.04.2006

GP2 - Kolumne - Timo Glock

Noch nicht schnell genug

Nach einem schwierigen Saisonstart, durfte sich Timo in Imola über die ersten Punkte freuen. Jetzt steht sein Heimrennen am Nürburgring an.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Das waren also meine ersten beiden GP2-Läufe im Rahmen der Formel 1. Nachdem unsere Auftaktrennen in Valencia als Stand-Alone-Event stattfanden, kehrte ich in Imola in den F1-Paddock zurück. Während das für viele meiner GP2-Kollegen etwas Besonderes ist, bin ich dieses Umfeld bereits aus meiner Formel 1-Zeit bei Jordan gewohnt. Dass ich in diesem Jahr beim F1-Start zusehen muss, ist für mich kein Problem. Aber natürlich möchte ich irgendwann wieder um 14:00 Uhr am Start stehen, anstatt mich auf der Heimreise zu befinden.

Meinen 8. Platz vom Sprintrennen in Valencia, sah ich als deutliches Zeichen, in welche Richtung wir gehen müssen. Leider verlief das zweite Wochenende erneut nicht ganz zu meiner Zufriedenheit. Wir konnten zwischen Valencia und Imola einige kleinere Fortschritte erzielen, aber uns fehlt immer noch der Speed im Vergleich zu unseren Konkurrenten.

Die reinen Ergebnisse der Rennen in Imola waren zwar besser und lesen sich schöner, aber richtig zufrieden sein können wir nicht. Dazu sind wir einfach noch zu langsam. Das große Problem ist, dass es in der GP2 Serie nur wenige Testtage gibt. Dadurch können wir leider nicht wie die F1-Teams nach jedem Rennen mehrere Testsessions absolvieren, um Probleme auszusortieren und den Wagen schneller zu machen.

Deshalb sind unsere englischen Ingenieure direkt nach dem Rennen nach Spanien gereist, um dort mit dem Team an einer Verbesserung zu arbeiten. Trotzdem dürfte es für uns auch am Nürburgring schwierig werden.Nichtsdestotrotz werde ich natürlich vor heimischem Publikum alles geben, um ein gutes Ergebnis einzufahren.

Ob es bei meinem Heimspiel am Ring mehr Überholmöglichkeiten als in Imola geben wird, möchte ich jetzt nicht beurteilen. Grundsätzlich sehe ich es nicht so, dass Überholen in Imola mit einem GP2-Auto unmöglich ist. Es gab schon einige Stellen, an denen ein Manöver gelingen könnte. Allerdings haben es meine Konkurrenten dort nicht geschafft an mir vorbeizukommen.

Bis zum Nürburgring absolviere ich mein normales Fitnessprogramm. Ich bin fast jeden Tag mit Laufen, Fahrradfahren und Krafttraining beschäftigt. Nur meine Allergie bremst mich etwas ein, aber auf dem Rad werde ich davon meistens verschont. Hoffentlich kann ich bald nicht nur die Pollen, sondern auch meine Konkurrenten auf der Strecke abhängen.

Euer Timo Glock
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Timo Glock
Timo Glock

WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.