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Timo Glock

WM-Punkte im 1. Rennen - und das in der F1! Timo ließ bei seinem Debüt für
Jordan einige Augenbrauen hochschnellen. Danach sammelte er Erfahrungen
in der ChampCar und GP2.
Fr, 10.08.2007

GP2 - Kolumne - Timo Glock

Machtlos ausgeliefert

Wieder ein Problem: Timo und sein Team sind der Technik ausgeliefert. Noch liegt er aber vorne.
© GP2 Series

Motorsport-Magazin.com - Eigentlich dachte ich, dass wir unser Pech-Abonnement am Nürburgring gekündigt hätten. Leider lag ich damit falsch. Es ist schon frustrierend, wenn man für den vorhandenen Speed nicht belohnt wird.

Was übrig bleibt, ist die Tatsache, dass ich die Gesamtwertung noch immer anführe; wenn auch nur noch mit einem einzigen Punkt Vorsprung. Nach so vielen Nullrunden noch in Führung zu liegen, ist fast schon ein kleines Wunder. Wenn ich überall gepunktet hätte, müsste ich wahrscheinlich gar nicht mehr nach Istanbul fliegen. Aber es hilft nichts, wenn das Auto nicht hält.

Wie ich in Ungarn immer wieder erklärt habe, können wir als Team nichts daran ändern. Die Teile kommen von Zulieferern und wir müssen hoffen, dass sie halten. Wenn sie dann schon nach der Hälfte der Laufzeit keinen einzigen Zahn mehr auf dem Rad haben, sind wir dem machtlos ausgeliefert.

Der Speed war da, aber auch die Probleme... © GP2 Series

Das kann man aus zwei Sichtweisen betrachten: Einerseits haben wir uns als Team nichts vorzuwerfen. Das ist das Positive daran. Andererseits zeigt die Situation auch unsere Hilflosigkeit und Abhängigkeit. Wir sind als Team darauf angewiesen, dass die Hersteller funktionierende Teile anliefern. Darauf haben wir absolut keinen Einfluss. Und egal ob es bei meinem Teamkollegen Andi Zuber oder bei mir war: wir hatten in diesem Jahr zu viele technische Probleme. Allerdings sind nicht nur wir davon betroffen. Auch andere Fahrer und Teams stehen immer wieder mit Problemen in der Box oder am Streckenrand. Es wäre natürlich sehr enttäuschend, wenn die Meisterschaft am Ende durch so etwas entschieden würde.

Vor den letzten vier Rennwochenenden scheint es auf einen Zweikampf zwischen Lucas di Grassi und mir hinauszulaufen. Aber ich sage ja immer: in der GP2 ist alles möglich. Momentan hat Luca Filippi als Dritter 20 Punkte Rückstand auf mich, aber man sieht ja, wie schnell die weg sein können. Ich hatte vor einigen Wochen auch schon einmal 20 Punkte Vorsprung - wohlgemerkt auf den Zweiten, nicht wie jetzt auf den Dritten. Entschieden ist also noch lange nichts.

Immerhin kann ich mit guten Erinnerungen zum nächsten Rennen nach Istanbul reisen. Bis dahin wird es nicht schwierig, den Frust der letzten Rennen zu vergessen. Wenn ich sehe, dass wir den Speed haben, motiviert mich das umso mehr - und den Speed haben wir. Urlaub kommt in der Pause nicht in Frage. Ich werde trainieren und diverse Termine mit Werbepartnern wahrnehmen und, sobald das Wetter besser wird, auch Kart fahren, um meine fahrerische Qualität auszubauen.

Euer Timo Glock
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Leser-Kommentare (2)

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Anonymer Kommentar
am 11. August um 07:31 Uhr

"Der Technik machtlos ausgeliefert"

Diese Überschrift gilt leider nicht nur für Timo, sondern auch für ANDY SOUCEK, der in den letzten Jahren bewies, was für groaßartiger Fahrer er ist, leider macht auch bei seinem Auto ständig die Technik schlapp! Mein Rat: einfach weiterkämpfen!!!
Anonymer Kommentar
am 10. August um 06:39 Uhr
Also ich find das Timo immer super symphatisch rüberkommt. Sich in so Situationen schützend vors Team zu stellen und bei der Ausfallorgie nicht auszuflippen zeigt seine Reife, Ausgeglichenheit und Professionalität. Wie ich das sehe hat er leider, leider ein Riesenproblem. Das Problem, was vor ihm auch schon ein anderer Sauber-Testfahrer und F3000 Sieger (unterstellt Timo machts) hatte. Jörg Müller war genau wie Timo damals auf dem Sprung in die Formel 1. Doch da waren schon 3 Deutsche und so fand sich kein Cockpit. Heute haben wir 5 Deutsche in der Formel 1 und eins steht für mich fest - einen sechsten wird es nicht geben. Heißt wenn Ralf Schumacher (für mich der einzige Wackelkandidat) jetzt im Toyota nochmal einen 2. Frühling erlebt und weiter unterkommt wird Timo nächstes Jahr Testfahrer bleiben. Und das wäre eine Riesenschande. Also Glück auf Timo.