Fr, 03.10.2008

Formel 1 - Mann des Wochenendes

Ein Sieg, der Hoffnung bringt

Fernando Alonso wird schon seit Monaten in diverse Cockpits geschrieben. In Singapur gewann er für und mit Renault.
© RenaultF1

Motorsport-Magazin.com - Es gibt Rennfahrer, die in der Lage sind, auch aus einem unterlegenen Auto das Beste herauszuholen. Sicher, Fernando Alonso hätte nie das Rennen in Singapur gewonnen, wenn er nicht das Jahrhundertglück mit dem Safety Car gehabt hätte. Aber unverdient war sein Sieg keineswegs. Denn der Spanier war schon das ganze Wochenende schnell in den engen Kurven des Stadtkurses.

Hellwach in der Nacht

Fernando Alonso siegte für sich und Renault. © RenaultF1

Dass Alonso schon im zweiten und dritten Training die Bestzeit markierte, spricht eine klare Sprache. Der schwachbrüstige Renault litt auf dem Straßenkurs nicht so sehr unter der fehlenden Motorleistung wie auf anderen Strecken. "Und wir müssen eine fantastische Mechanik haben", meinte Renault-Chefingenieur Pat Symonds.

Renault trat in Singapur mit einem neuen Frontflügel an, der offenbar bestens funktionierte. Dazu war Alonso im Cockpit hellwach. Er muss gespürt haben, dass im Nachtrennen mehr zu holen ist als auf einem Retortenkurs. Das zeigt schon seine Reaktion, als er im zweiten Qualifying seinen Renault parken musste und der ganze Körper des Spaniers fluchte.

Abgedrehte Verschwörungstheorie

Ich brauche ein paar Tage, um zu verstehen, dass ich hier wirklich gewonnen habe.
Fernando Alonso

Dass es vom 15. Startplatz zum Sieg reichen würde, konnte natürlich auch Alonso nicht ahnen. "Ich brauche ein paar Tage, um zu verstehen, dass ich hier wirklich gewonnen habe", sagte Alonso nach dem Rennen. In der Nacht von Singapur machte dann gleich eine Verschwörungstheorie die Runde, nachdem ausgerechnet Alonso vom Unfall Nelson Piquet's profitiert hatte, als das Safety Car just in dem Moment auf die Strecke musste, als Alonso als einziger Pilot schon zum ersten Mal beim Tanken gewesen war.

Ganz abgesehen davon, dass es eine Überdosis Zynismus braucht, um auf solch wilde Spekulationen zu glauben, nahm Alonso den Verschwörungstheorien die Luft aus den Segeln mit einem einfachen Argument: "Mir hätte eine zweite Safety-Car-Phase wieder das Rennen kaputt machen können."

Renault oder nicht Renault?

Wohin geht es für Fernando Alonso? © RenaultF1

Für die Formel 1 ist es schade, dass ein Fahrer von Alonsos Kaliber in einem chancenlosen Renault sitzt und gar nicht um die WM fährt. Der Spanier weiß das und sucht seit Monaten nach einem neuen Cockpit. Sein Lobeslied auf Renault nach dem Rennen bringt auch in diese Angelegenheit neue Töne: "Wir haben alle unglaublich hart gearbeitet. Am Anfang der Saison waren wir eine Sekunde von BMW entfernt, jetzt fahren wir auf einem Niveau." Aber die direkte Nachfrage, ob das auch bedeutet, dass er bei Renault bleibt, beantwortet Alonso mit einem entschiedenen Nein. "Aber Renault ist schon meine erste Priorität, weil ich mich in diesem Team zu Hause fühle."

Die Chancen, dass er bleibt, sind dennoch mit dem Sieg gestiegen. "Ich hoffe, dass auch er jetzt glaubt, dass wir siegen können", sagte Symonds in Singapur. Als die Renault-Mannschaft um drei Uhr nachts das Fahrerlager verließ, sah man immer noch wild jubelnde Mechaniker, Ingenieure, Physiotherapeuten. Es war eben doppelte Freude. Über den Sieg. Und über den Glauben, dass die Führungsfigur dem Team vielleicht doch noch erhalten bleibt.

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10 Leser-Kommentare
am 04. Oktober um 22:21 Uhr
DrSpeed: @thomaster
Bis Du Ferrarikenner oder gar Insider ;-). In der Tat wird der Pole Rubert Kubica in vielen bekannten & auch weniger bekannten Gazetten, Boards, vor allem aber in italienischen Boards/Foren, wo es nur so von Ferraristi & auch s.g. Experten wimmelt, scheint Kubica nicht nur mit seiner Aggressivität beim fahren und seiner Kompromisslosigkeit zu punkten. Also, wenn es nach denen geht, dann ist Robert Kubica ganz oben auf dem Wunschzettel der Ferrari-Fans, genauso ein Vettel später (?) (Titel mit BWM-Sauber hin oder her). Er verköppert sehr viel von dem, was langjährige Ferraristi unter einem Piloten mit Verstand & dicken Egs verstehen und auch sehen wollen. Jetzt müssen erst mal Kimi & Felipe sehen, dass die Saison 2008 wnigstens einen Titel bringt (Ferrari legt mehr Wert auf die KWM) und das der neue F2009 sein Geld, Vorschusslorbeeren, die viele Detailarbeit sich bezahlt machen und auch der neue Ferrari competetive sein wird. Die aktuelle Teampaarung ist schon zum Zunge schnalzen (ich weiss, dass sehen viele anders), aber ich würde auch einen FA wenigstens mal in einem aktuellem Ferrari testen, fahren lassen. Denn der hat es nach wie vor mehr als gut drauf, also nicht verlernt. Ferrari does it!
am 04. Oktober um 00:31 Uhr
thomaster: Eher Kubica als Alonso
Ich denke nicht dass Alonso die Nr.1 auf Ferraris Wunschzettel ist. Meiner Meinung nach ist es Kubica. Ich denke er will erstmal mit BMW WM werden. Wenn die Performance nächstes Jahr aber nicht stimmt wird er sicherlich mit den Roten für 2010 verhandeln.
am 03. Oktober um 16:44 Uhr
GM-F1:
Ganz ehrlich gesagt hätte ich ihn gerne als Teamkollegen von Kimi bei Ferrari gesehen. Einfach weil es spannend wäre zu verfolgen, wer mit gleichem Material im Vergleich zum anderen wie zurechtkommt. Aber selbst wenn FA evtl. 2011 zur Skuderia stoßen sollte, weiß man nicht, ob Kimi längst Rallye fährt...
am 03. Oktober um 16:14 Uhr
ceniza: Alonso
ist verdienter sieger des singapur nachtrennen. Da koennen seine gegner heulen wie die woelfe. Alonso hat gefighted und hat gewonnen. Das glueck war auf seiner seite - na und! Wie oft ist das glueck auf der seite der anderen und iwe oft schon war das pech sein GP begleiter?`? Ich denke da nur an Barcelona. Alonso wird seinen weg gehen, ob nun mit Renault oder mit einem anderen team. Alonso wird noch lange raceb und er wird auch wieder um den titel fahren. Darauf koennen alle hier und anderswo sich verlasssan. Adelante Alonso!
am 03. Oktober um 16:00 Uhr
DrSpeed: Ein süßer Sieg
Ich kann mich in FA sehr gut hinein denken, seine ganze Körpersprache (Haltung, Gestik & Mimik), aber auch seine wohlüberlegten Statements. Als ob er endlich alle seine Alüren über Bord geworfen hat & sich auf seine Stärken als Doppelweltmeister besinnt & verlässt. Anstatt nach hinten zu schauen, schaut er nach vorne. Und die Zukunft bietet FA alles. Denn der ist noch lange nicht fertig mit der F1. Von den aktuellen F1-Piloten & WM, ist er immerhin der Einzige, der den Siebenfachen auf der Strecke und auch daneben mehr als einmal schlagen konnte. Ein glücklicher Sieg? Vielleicht, aber mit dem Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Er hat während des ganzen Trainings in Singapur gezeigt, dass er den Speed hat. Die Zeiten konnte er sogar bis zum Ausfall im Quali untermauern. FA ist ein Stadtkursliebhaber & Virtuose. Er lebt bei solchen Bedingungen auf (ist für mich ebenso ein guter Regenfahrer). Ich kann mir keinen besseren & verdienteren Singapur-GP/Sieger vorstellen, auch für FB & Renault. Das zollt mir Respekt ab. Und ich würde mich wundern, wenn FA nicht doch damit liebäugelt bei Renault zu bleiben. Warum nicht mit Sebastian Bourdais als TK?
am 03. Oktober um 12:40 Uhr
HaroldDemure:
Ja und...! In Monza konnte man auch ohne Safety-Car Glück mit einem unterlegenen Auto gewinnen...! Was die ständigen Spekulationen eines Teamwechsels angehen: ja wo soll er denn hin!?!? Bei McLaren ist er wahrscheinlich für alle Ewigkeit zur unerwünschten Person erklärt und Ferrari ist bis 2011 besetzt. Andere Spitzenteams sehe ich zurzeit nicht.
am 03. Oktober um 10:55 Uhr
Formulaone: @Alonsusi
Wieso hat er oft Pech gehabt? Er hat doch selbst auch einige Fehler gemacht. In Monaco, in Montreal...und oft war er einach zu langsam und nicht zur Stelle, wenn mal das Safety-Car kam. Zum Beispiel in Hockenheim. Oder in Silverstone, wo er aber imerhin noch Punkte holte. Wie es auch sei...ich warte nur auf die Meldung "Alonso verlängert bei Renault". Das würde mich freuen.
am 03. Oktober um 10:52 Uhr
deliciousJosh:
das zeichnet eine fahrer seiner klasse aus !
am 03. Oktober um 10:19 Uhr
alonsusi: seh ich genauso
wie oft hat alonso in anderen rennen schon pech gehabt mit den safetycar, vom glück der anderen fahrer mal ganz zu schweigen. das war nur ausgleichende gerechtigkeit! das safetycar hat ihm eine chance beschert und er hat sie zu nutzen gewusst.
am 03. Oktober um 04:30 Uhr
Carmenrosa: "Jahrhundertglück"
Ist wohl stark übertrieben. Das Glück des Düchtigen, oder ausgleichendes Glüch passt da schon besser. Nach der zweiten Safety-Car-Phase ist er abgezogen wie eine Rakete, daß war schon sehenswert. Ich glaube er bleibt bei Renault.
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