So, 12.10.2008

Formel 1 - Massa und die Kollisionen

Hamilton war keine Absicht

Felipe Massa kam in Fuji Lewis Hamilton und Sebastien Bourdais zu nahe. Die Konsequenzen waren unterschiedlich, die Meinungen ebenfalls, Absicht gab es keine.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Vor allem unter britischen Kollegen kam während des Rennens in Fuji ein schlimmer Verdacht auf. Hatte Felipe Massa Lewis Hamilton absichtlich umgedreht, damit der Brite ihm nicht enteilt und in der WM einen noch größeren Vorsprung herausarbeitet? Massa scheint bei seinem Gegenangriff auf Hamilton in der Schikane durchaus recht optimistisch an die Sache gegangen zu sein, doch Absicht wollte sich der Brasilianer in keinem Fall unterstellen lassen. "Er [Hamilton] hat sehr spät gebremst und ich habe sehr spät gebremst. Ich war im ersten Teil der Kurve dann etwas weit außen. Er hatte die innere Linie und drückte mich etwas nach außen in den Kies. Ich kam mit den Rädern in den Kies, aber die nächste Kurve ging links. Wir haben uns dann einfach berührt, also war es nach meiner Meinung ein Renn-Unfall", erklärte er.

Ich konnte das Auto nicht stoppen und ich war im Kies, weil er mich dorthin gedrückt hatte
Felipe Massa

Mit seiner Durchfahrtsstrafe habe er dann auch für die Situation bezahlt, betonte Massa weiter. Die bloße Andeutung, er habe Hamilton absichtlich angeschoben, schien ihn jedenfalls zu entrüsten. "Sicher nicht. Ich hatte zwei Räder im Kies. Ich konnte das Auto nicht stoppen und ich war im Kies, weil er mich dorthin gedrückt hatte." Was seine Wahrnehmung der Strafen betraf, so hatte er genau gegensätzliche Ansichten wie McLaren. So sah er Hamiltons Strafe für den Verbremser und die Behinderung in Kurve eins als gerechtfertigt an, seinen Schupfer erachtete er aber eher als Renn-Zwischenfall. "Wir haben sehr spät in Kurve zehn gebremst. Er wollte vorbei, ich war etwas außen und er ging nach innen. Er hat mich etwas zu nahe an den Kies gedrängt. Ich war mit zwei Rädern draußen, er machte die Tür zu und wir haben uns berührt. In der nächsten Kurve war ich dann in der besseren Position, aber da ich auf dem Kies war, konnte ich nichts tun und wir berührten uns. Das war es."

Kein Beziehungsproblem mit Hamilton

Kurve eins hatte Massa da ganz anders gesehen. "Er [Hamilton] hatte einen schlechten Start und Kimi überholte ihn. Er versuchte zu bremsen, als alle schon in der Kurve waren. Er hat nach außen gedrückt und auch Kovalainen war auf einer weiteren Linie, also war das ein großes Casino. Für mich war das etwas optimistisch, vor allem wenn man an die WM denkt", sagte der Brasilianer. Wie sein Teamchef musste aber auch Massa betonen, dass die Ereignisse auf der Strecke die persönliche Beziehung zu Hamilton und McLaren nicht beeinflussen sollen. "Ich habe eine gute Beziehung zu Lewis und ich werde nichts tun, um etwas bewusst zu zerstören."

Ich tat alles Erdenkliche, nicht in ihn zu fahren und er drückte und lenkte und benahm sich, als wäre ich nicht da. Was soll ich machen?
Sebastien Bourdais

Hamilton war aber nicht Massas einziger Unfallgegner in Fuji. Da war auch noch Sebastien Bourdais, der bestraft wurde, weil er den Brasilianer umgedreht hatte. Bourdais war gerade auf dem Weg aus der Box und wollte seinen Platz verteidigen, als es in Kurve eins zum Kontakt kam. Bourdais sah sich nicht schuldig. "Für mich ist es sehr klar. Ja, ich komme aus den Boxen, ja, ich muss vorsichtig sein und das war ich auch. Ich bin innen geblieben und habe ihn nicht nach außen gedrückt. Ich war auch nicht zu heiß in der Kurve. Ich tat alles Erdenkliche, nicht in ihn zu fahren und er drückte und lenkte und benahm sich, als wäre ich nicht da. Was soll ich machen?", fragte er. Der Franzose musste betonen, dass er schon oft in solchen Situationen gewesen sei und es nie Probleme gegeben hatte. Seiner Meinung nach müsse man sich da Respekt zeigen und Platz geben, dann würde auch alles funktionieren. "Wenn man das nicht macht, dann wird es einen Zwischenfall geben."

Der rote Teppich

Für Bourdais gab es danach dann eine 25-Sekunden-Strafe, die unter anderem auch Massa half, rückte er doch von acht auf sieben vor und holte damit zwei Punkte statt einem. Bourdais rutschte von Platz sechs auf zehn zurück. Was der Toro-Rosso-Pilot nicht verstehen konnte, war, warum Massa so ein Risiko eingegangen war, da er doch um die WM kämpft. Als vierfacher ChampCar-Meister kennt sich Bourdais mit solchen Situationen aus. "Man kann da alles verlieren und nichts gewinnen. Er kam drei Runden später an die Box, ich war vor ihm und er wäre ohnehin hinter uns angekommen. Warum würde man da überhaupt an sowas denken? Ich verstehe das nicht." Auch wenn er an seine Unschuld glaubte, war Bourdais von der Strafe nicht überrascht, da es bei ihm seiner Meinung nach immer so laufe, wenn er zu den Stewarts müsse. "Ich denke nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe und leider ruiniert das unser Wochenedne, kostet dem Team drei Punkte und gibt Felipe einen - ich freue mich 'natürlich' für ihn. Ich weiß nicht, was ich da tun soll. Ich hätte den roten Teppich ausrollen können und ihm die Kurve lassen. Das ist das Einzige, was ich hätte tun können."

Artikel bewerten
kommentieren
versenden
drucken
  • schlecht
  • mäßig
  • brauchbar
  • gut
  • super

4.33

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews
20 Leser-Kommentare
am 12. Oktober um 21:05 Uhr
Anonymer Kommenar: Ja stimmt!
aegm; ich gebe dir voll recht ! Bin selber auch mercedesfan! Aber musste Lewis unbedingt diese Aktion starten!Aber heute war ein matchball und wieder vergeben! Verstehtst du mich dass er das Problem ist! Als zweiter durch die Linie wäre der Sack zu für Massa! ich denke oder verlange dass Haug oder Ron jetzt ihn hart dran nimmt sonst ist wieder ein Titel futsch!
am 12. Oktober um 20:47 Uhr
aegm: kann wieder nicht fassen
Der LH kriegt ne Strafe,...weil er sich verbremst hat?!?!aber hallo!geht's noch?!?!unglaublich!nächstes Mal bekommt er auch eine, weil er schneler als 300-Sachen fährt,oder?!In jedem zweiten Rennen verbremst sich jemand vor allem beim Start und manchmal wird sogar jemand abgeschossen und wird nicht bestraft.Es tut mir leid wieder (nach Spa)für den Hamilton,aber so wie es scheint,wird alles gemacht, damit er keinen WM-Titel holt.Und Massa baut absichtlich einen Unfall und ruiniert dem Hamilton dadurch das Rennen und bekommt nur Durchfartsstrafe.Und wenn da jemand noch meint, dass die F(1)errari nicht bevorzugt wird, dann geht zum Augenarzt.
am 12. Oktober um 20:35 Uhr
Anonymer Kommenar: Massas Aktion war voller Absicht!
Es ging um die WM, er war wohl zu emotional und zu ungestüm wieder mal! Aber eben Lewis Aktion im Start war auch nicht ohne! Beide Strafen sind in Ordnung! Die Aktion mit Bourdais war auch Massa teilschuld weil er ihm zuwenig Platz gelassen hat, obwohl er links noch zwei Wagenbreite platz hatte! Die Strafe geht nicht in Ordnung!
am 12. Oktober um 19:14 Uhr
A.SdS: dilettantisch
was diese Fahrer abliefern. Ein Kindergarten sonders gleichen, und die Rennkommisare tuen was sie nur können, dass es so bleibt. Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen, sich am Start in die erste Kurve hinein zu verbremsen zieht die gleiche Strafe nach sich, wie einen Konkurrenten absichtlich ins Auto zu fahren, Rennen für Rennen mutiert die F1 zu einem absoluten Kaspertheater, in dem sportliche Entscheidungen ebenso unmöglich sind wie würdige Weltmeister,..., f.y.FIA
am 12. Oktober um 17:49 Uhr
GM-F1:
Hat mich auch sehr verwundert die Reaktionen der Mechaniker-für Sportlichkeit spricht das jedenfalls nicht.Echt peinlich! Zu Massa: die Leute, die LH eine rücksichtslose Fahrweise `bescheinigen`, müßten sich dann auch mal über Massas nachdenken. Sicher muß derjenige, der aus der Boxengasse kommt, aufpassen. Hat Bourdais ja auch gemacht. Mehr als sich ganz rechts halten und darauf achten, daß er ihm nicht ins Auto fährt, kann er nicht machen. Ich finde viel eher, daß Massa sein `Recht` zu sehr eingefordert hat und Bourdais beim Vor-ihm-Reinziehen zu wenig Platz gelassen hat. Völlig unnötig- genau wie die Rambo-Aktion gegen LH.
am 12. Oktober um 17:24 Uhr
Madonno: @ London: Eher umgekehrt
Massa weiss jetzt, dass Hamilton es immer versucht und wenn er sich wehrt kann's daneben gehen und das Rennen kosten. Wieder einmal hat Hamilton KEINEN umgedreht. Er, und in diesem Fall Raikkonen, haben lediglich ein paar Plätze verloren. Massa hat Hamilton das Rennen komplett versaut. Alle Hamilton Hasser sollten mal nachdenken wer hier die grösseren Fehler macht! Trotzdem würde ich Massa keinen allzu grossen Vorwurf machen. Wie sich die Ferrari Leute nach dem Massa-Hamilton "Treffen" gefreut haben ist schon seltsam! Als ob es ein astreines Manöver gewesen wäre...
am 12. Oktober um 16:56 Uhr
London: Massa ok!
Massa hat völlig richtig gehandelt. Hamilton "jetzt komm ich Fahrstill" da muß man einfach dagegenhalten, auch wenns mit der Brechstangen ist, und einen Crash riskiert. Hamilton weiß jetzt bei Massa kann er sich seinen jetzt komm ich nicht mehr erlauben. Motorsport ist keine Kaffeefahrt.
am 12. Oktober um 16:46 Uhr
MP4-23:
So einen Käse was hier Geschrieben wird. Leute Leute Leute......man könnte glatt Denken ihr habt Ahnung. Nee Nee Nee . so einen Müll der hier reingestzt wird. Das ist scho Hart was man alles hier aushalten muß.
am 12. Oktober um 15:27 Uhr
carmelo: Ja alle sind schlecht außer Hamilton!
Ja der arme und so gute Hamilton, ist mit Abstand der größte A...... in der formela una. Und den Titel würde ich Mercedes gönnen nur nicht Ron Denis und Hamilton
am 12. Oktober um 15:17 Uhr
BadboyBlue: Hamilton, Massa, Bourdais......???
Fan hin oder her, Sch...e haben o.a. Fahrer gebaut. Hamilton mit seiner Brechstange schon beim Start; wegen ihm mußte fast das gesamte Feld in die Auslaufzone und Massa mit seinem unnötigen Überholmanöver. Beide sind hier zurecht bestraft worden. Das sehe ich auch als Ferrarifan so. Auch Boudais hätte bei der Ausfahrt aus der Box besser aufpassen müssen; nicht umsonst sind dort die blinkenden blauen Lampen, die dem Fahrer sagen, Vorsicht von hinten kommt ein schnelleres Fahrzeug. Also ist auch hier die Bestrafung korrekt. Wenn ich hier so lese, Ferrari hat mal wieder eine Sonderstellung, da kann ich nur lachen. Wenn dem so wäre, hätte man Massa nicht mit der Durchfahrtsstrafe belegt. Ich sehe hier nur zwei wahre Weltmeister auf der Strecke: Raikkonnen und Alonso. Und Alonso mag ich überhaupt nicht mit seiner überheblichen aroganten Art. Aber die beiden sind würdiger den Titel zu tragen, als das, was zu Zeit um den Titel fährt.

Werbung