Sa, 11.10.2008

Formel 1 - Hamilton will Risiken vermeiden

Fahrt um den Sieg und ums Ankommen

Lewis Hamilton wird sich auch in Fuji am Spagat zwischen Fahren auf Sieg und Fahren auf Ankommen üben.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Ron Dennis war nach Lewis Hamiltons Pole Position in Fuji schnell dabei, dies eine der besten Poles und besten Runden des Briten zu nennen. Hamilton musste darüber doch ein wenig schmunzeln. "Ich denke, Ron war sehr aufgeregt. Wenn er aufgeregt ist, sagt er oft etwas sehr Positives. Ich stimme ihm aber zu, es war eine meiner besten Runden. Das Tolle ist, wir sind beide gut gefahren, auch Heikki hatte eine starke Runde", erklärte er. Hamilton meinte zu seiner eigenen Leistung, dass er fast alle Kurven perfekt erwischt hatte, nur am Ausgang von Turn 13 habe er Zeit verloren und den Scheitelpunkt der letzten Kurve habe er ein wenig verpasst.

Man muss die Balance finden. Einerseits muss man eine Lücke aufmachen und pushen, andererseits muss man auf die Reifen schauen
Lewis Hamilton

Den großen Zeitunterschied zu seiner ersten Runde in Q3 erklärte er damit, dass er einfach viel besser auf seine Reifen geschaut hatte und nicht so unsauber gefahren war. "In der ersten Runde hatte ich oft Übersteuern und musste korrigieren. In den letzten Kurven hatte ich dann zu kämpfen. In der zweiten Runde habe ich die Reifen viel besser gemanagt." Deswegen sei er dann auch schon in Kurve eins um eineinhalb Zehntel schneller gewesen und am Ende dann siebeneinhalb. Allzu aggressiv wollte er dabei aber nicht unterwegs gewesen sein, sondern sei sehr ruhig im Auto gefahren, um den Reifen zu schonen. "Das wird auch morgen entscheidend. Man muss die Balance finden. Einerseits muss man eine Lücke aufmachen und pushen, andererseits muss man auf die Reifen schauen." Generell fühlte er sich für die langen Runs aber zuversichtlich, das hatte er am Freitag schon gesehen.

Jeder will gut in Kurve eins

Risiken wollte Hamilton am Sonntag aber auch keine eingehen, sondern jeglichen Unfallsituationen möglichst aus dem Weg gehen. "Wir wollen ja alle gut in die erste Kurve. Ich muss es machen wie immer; einen guten Start und dann als Erster in Kurve eins. Ich muss aber vernünftig sein. Ich darf niemandem die Tür zuschlagen und darf keine Risiken nehmen. Aber ich fahre auch, um zu siegen." Sollte er wieder ähnlich aggressiv unterwegs sein wie in Monza - wo er allerdings von hinten durch das Feld fahren musste - dann dürfte es aber auch wieder Kritik von seinen Kollegen geben. Die wollte Hamilton aber nach wie vor nicht zu ernst nehmen. "Ich fahre, wie ich fahre, weil ich leidenschaftlich bin und das meine Persönlichkeit ist. Ich habe das meine ganze Laufbahn so gemacht und es war nie ein Problem. Ich wüsste nicht, warum es jetzt so sein sollte."

Die Leute können ihre Meinung haben, alle können sagen, was sie wollen. Die Stewarts treffen eine Entscheidung
Heikki Kovalainen

In diesem Punkt bekam Hamilton auch Beistand von seinem Teamkollergen Heikki Kovalainen, der meinte, dass die Stewarts schon entscheiden würden, was angemessen ist und was nicht. "Die Leute können ihre Meinung haben, alle können sagen, was sie wollen. Die Stewarts treffen eine Entscheidung. Wenn sie meinen, es war unfair, dann gibt es eine Strafe. Das haben wir dieses Jahr öfter gesehen. Wir haben Strafen bekommen und andere ebenfalls. Die Stewarts sagen, wie die Regeln aussehen, und wir versuchen, sie zu befolgen - oder auch ein wenig zu beugen."

Reine Taktik bringt nichts

Am liebsten würde Hamilton am Sonntag gar nichts beugen müssen, sondern einfach vorne weg fahren. Ihm war aber trotz seines Qualifying-Sieges klar, dass Ferrari ganz an McLaren herangerückt ist. "Sie sind hier besser als voriges Jahr. Sie waren an uns dran, wenn nicht sogar schneller als wir. Im Qualifying muss man den Job aber erledigen und wir haben da vielleicht mehr herausgeholt. Es ist schwer zu sagen, wer schneller ist. Wir haben die Pole geholt, das ist wichtig." Nur taktisch fahren will er jedenfalls nicht, auch nicht, wenn er nach Japan in einer Position wäre, um nur mehr den Ferrari folgen zu müssen - dazu würde es reichen, wenn er zwei Punkte mehr holt als Felipe Massa. "Alles kann passieren, also müssen wir schauen, dass wir so viele Punkte holen wie möglich und weiter vor ihnen ankommen."

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5 Leser-Kommentare
am 12. Oktober um 12:16 Uhr
thomaster: @ Rennfreund
100 % Zustimmung. Ausserdem sollte Hamilton sein Helmdesign ändern. Es ist eine Beleidigung für jeden Senna Fan solch einen Trottel mit dem einzigartigen gelbfarbenen Senna-Helm fahren zu sehen!!!
am 12. Oktober um 07:33 Uhr
Formulaone:
Tolle Überschrift: "Hamilton will Risiken vermeiden". Was er da heute am Start ablieferte, war aber genau das: riskant :-)
am 11. Oktober um 20:27 Uhr
Rennfreund: @maxeramax...
was fürn Zeug hast du denn eingenommen??? Hamilton mit Schumi zu vergleichen... Der kann sich weder mit einem Senna, einem Prost, noch mit einem Schumi vergleichen. Keiner der drei von mir eben genannten war jemals so affektiert wie dieser Hamilton. einer der von mir genanneten hat sich je mit einer anderen Grösse verglichen, nicht mal wenn sie mehrere WM-Titel eingefahren haben. Es gab noch nie ein überschwänglicheres Grossmaul als diesen Hamilton. Das zeigt schon das er seine Memoiren schrieb bevor er gezeigt hat was er drauf hat. Der Schuss ging ja mal kräftig nach hinten los... lachhaft ist dieser Hamilton bis jetzt, mehr nicht!!! Den würde ich gerne mal wie Vettel in einem Torro Rosso sehen, da würde er kleinere Brötchen backen...
am 11. Oktober um 17:41 Uhr
maxeramax: Jedem sei der Wm-Titel vergönnt, ...
... der aus eigener Kraft gewinnt, und nicht durch die Schwächen der anderen, ob er nun 3Jahre alt ist oder 92. Hamilton ist der neue Schumi, und die Fans werden sich entscheiden, ob sie gegen Rot oder für den Fahrer sind.
am 11. Oktober um 16:31 Uhr
Anonymer Kommenar: Deswegen!
Wird ihm Kimi vermutlich schon beim Start überholen!

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