Sa, 28.06.2008

Formel 1 - Hamilton kommt wieder zurück

Den Arsch aufgerissen

Lewis Hamilton ist 23 Jahre jung und schon ein ganz großer in der Motorsportwelt, doch auch er ist nicht unsterblich und arbeitet an seiner Lernkurve.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Nach den Rückschlägen und der zahlreichen Kritik der Medien in vergangenen Wochen, will Lewis Hamilton sich nun endlich von all den belastenden Erinnerungen und Ablenkungen loseisen und sich wieder voll und ganz dem großen Projekt, mit dem Ziel Weltmeister zu werden, widmen.

Nach zwei Siegen in Melbourne und Monaco sah es für den ehemaligen WM-Führenden vielversprechend aus, doch dann folgten eher mäßige Rennen mit Fehlern die man von Hamilton so noch nicht kannte.

Auch ein Lewis Hamilton hat hin und wieder einfach keine Kraft, um den Medien Rede und Antwort zu stehen. © Sutton

Durch die beiden Rennen in Kanada und Magny Cours, von denen der Brite wohl am liebsten nichts mehr hören würde, fiel Hamilton mit zehn Punkten Rückstand auf den WM-Leader, Felipe Massa, bis auf Rang vier der Gesamtwertung zurück.

Dass der Rückhalt der Medien, insbesondere der heimischen Presse, nicht mehr gegeben war, machte die Sache für den 23 Jahre jungen Piloten nicht einfacher. Mehrfach wurde der Vizeweltmeister des Jahres 2007 von Experten mittlerweile gewarnt den Fokus nicht zu verlieren und sich wieder auf das wesentliche zu konzentrieren, nämlich einfach seinen McLaren gut zu fahren.

"Irgendwann muss man eben einen Schritt zurückgehen, das Ganze mit etwas Distanz beobachten und dann merkt man, dass man nichts tun muss, nur so zu fahren wie immer und alles wird wieder gut und geht vorbei", sagte Hamilton bei einem Besuch in einem Londoner Kinderkrankenhaus. Hamilton legt betont keinen großen Wert mehr auf die Dinge die hinter ihm liegen, das gilt auch für die Strafen die er in den vergangenen Wochen erhielt.

Ich hatte gerade ein eineinhalb Stunden langes Rennen hinter mir und habe mir den Arsch vor Arbeit aufgerissen und dann erwartet man sich von mir, dass ich aus dem Auto aussteige, mich hinsetze und sofort Rede und Antwort stehe.
Lewis Hamilton

"Es ist einfach ein Teil der Lernkurve. Es geht halt manchmal bergauf, dann wieder bergab, wenn man sich erwartet, dass das anders sein wird, lebt man in einer Traumwelt", so Hamilton. "Ich habe die schwierigste Zeit in meinem Leben bestimmt noch nicht erlebt, also ist alles was mir jetzt widerfährt eine Vorbereitung darauf", sagte er. Auch um die Medien macht sich der britische Superstar keine Sorgen, er ist sich sicher: "Bald sind sie wieder auf meiner Seite." Er müsse nur seinen Speed wiederfinden und welcher Ort bietet sich für ein Comeback auch besser an als Hamiltons Heim-Grand-Prix im britischen Silverstone.

Zuletzt sorgte der Publikumsliebling für Ärger unter den Medienvertretern als er nach seinem zehnten Platz in Frankreich nicht mit den Journalisten sprechen wollte. Hamilton versucht auch dieses Handeln zu verteidigen und appelliert an das Verständnis der Medien. "Ich hatte gerade ein eineinhalb Stunden langes Rennen hinter mir und habe mir den Arsch vor Arbeit aufgerissen und dann erwartet man sich von mir, dass ich aus dem Auto aussteige, mich hinsetze und sofort Rede und Antwort stehe", sagte Hamilton gegenüber dem BBC Radio 5 Live. Dabei liefert Hamilton auch noch einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt eines Rennfahrers in einer solchen Situation. "Seit ihr verrückt? Verdammt, ich bin völlig erschöpft, ich brauche etwas zu trinken, denn: ja, manchmal brauche auch ich so etwas."

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2 Leser-Kommentare
am 30. Juni um 10:47 Uhr
iceman_to_win: Komisch ...
wenn Hamilton gewinnt drängt er und sein Papi sich förmlich vor die Mikro's und Kamera's dieser Welt. Wenn er auf P10 ins Ziel kommt ist der dafür "zu erschöpft".
am 28. Juni um 16:40 Uhr
ceniza: Traumwelt "Hamiltonlandia"
Auch in diesen aussagen kann ich keine einsicht des briten erkennen. es faellt ihm immer noch schwer, die schuld auch mal bei sich zu suchen. Sollte er in Silverstone wirklich nicht triumphieren, wird er einen moralischen zusammenbruch erleben. Man muss auch keinen schritt "zurueck gehen", einfach mal anhalten auf dem weg und reflektionieren wuerde vielleicht auch schon reichen. Ham macht wirklich sehr oft den eindruck, als wuerde er in seiner eigenen traumwelt leben. Aber vielleicht kriegt er ja jetzt in Silverstone die kurve.

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