Di, 29.04.2008

Formel 1 - Tech-Update: Ferrari-Nase

Nasenbohrer

Ferrari hat wieder mal etwas Neues - aber was bringt das Nasenloch? Wir nahmen die roten Nase unter die Lupe.
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Seit Monaten war sie Gesprächsthema im F1-Fahrerlager: die Lochnase von Ferrari. Jetzt hat sie ihr erstes Rennwochenende hinter sich und alle fragen sich: was hat sie gebracht? Die Roten spielen den Vorteil des Lochs herunter. Es sei ein Aerodynamikteil wie jedes andere auch - etwa ein neues Winglet oder Flügelchen. Andere neue Teile seien viel wichtiger, wenn auch versteckter. Aber stimmt das? Ist das Loch in der Nase nur eine Ablenkung? Nicht alle im Fahrerlager sind dieser Meinung. Unter der Hand heißt es: die neue Ferrari-Nase soll bis zu fünf Zehntel bringen.

Was also steckt im roten Nasenloch? Die Änderung beruht auf der Tatsache, dass die Unterseite der Nase den Luftstrom, der über den Frontflügel geleitet wird, erheblich stört. An diesem kritischen Punkt wird die Luft extrem komprimiert, was den Druck unter der Nase steigert, für zusätzliche Verwirbelungen sorgt, den Luftwiderstand erhöht und die Arbeit des Frontflügels an dieser Stelle negativ beeinflusst.

Ferrari versucht durch einen Tunnel, der die Luft von der unteren Nasenseite nach oben befördert, dieser Entwicklung gegenzusteuern. Auch wenn man durch die Luftöffnung an der oberen Seite kleinere Verwirbelungen in Kauf nehmen muss, ist der positive Aspekt, der sich unter der Nase abspielt, gravierend. Der Druck unter der Nase wurde verringert und gleichzeitig die Fließgeschwindigkeit über den Frontflügel erhöht. Dies sorgt für mehr Anpressdruck bei einem niedrigeren Luftwiderstand.

mehr zu Formel 1-Nasen mit Fallbeispielen und Bildern lesen Sie in unserem adrivo.com Technik-Blog:

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4 Leser-Kommentare
am 30. April um 02:00 Uhr
Apple_HH:
ich würde die neue Nase mal gerne im Regen sehen ...
am 29. April um 16:35 Uhr
FWoehrle: Zeitpunkt des Einsatzes
Clever gewählt, alle Achtung. Sicherlich wäre der Einsatz schon zum Auftaktrennen möglich gewesen, da bin ich mir absolut sicher. Bei kaum einem Test in 2008 war diese Hohlnase sichtbar, also muß die Erprobung schon früher abgeschlossen gewesen sein. Bei einem Einsatz im 1. Rennen hätten die anderen Teams ja abschauen, konstruieren und entwickeln und bauen können, um dies dann beim großen Testen vor dem Spanien-GP auch zu erproben. Dies hätte diesen Teams eine recht gute, wenn auch knappe, Verständnis- und Entwicklungszeit ermöglicht. Da aber alle diese Teams mit ihren eigenen Entwicklungen dermaßen beschäftigt waren und noch sind, bleibt nun kaum Zeit, um für die nächsten Wochen noch zusätzlich diese Hohlnase wirkungsvoll nach- und anzubauen. Bevor man solche Dinge nachbaut, muß man ja die Wirkungsweise und deren Auswirkungen verstehen und testen. Da Aerodynamik ein sehr effektives und gleichzeitig auch diffizieles Element innerhalb eines Fahrzeuges ist, kann dies nicht ohne Betrachtung der gesamten Aerodynamik geändert werden. Meiner Meinung nach hat Ferrari die ersten Rennen bewußt ohne Maximalen Erfolg gerechnet, aus vorgenannten gründen.. Aber mit dem Wissen, ab dem Europa-Auftaktauf auf einem Großteil der Strecken dann sehr, sehr stark zu sein. Ich bin sicher kein Hellseher, jedoch vefolge ich das Ferrari-F1-Geschehen seit Ende der 60er Jahre, da ist so manches dann von der Ferrari-Philosophie vorgezeichnet. Also ich würden diesen cleveren Burschen auch diese Strategie absolut zutrauen. Einzelne Rennen "opfern" um die WM zu gewinnen.
am 29. April um 13:48 Uhr
BMW=Heidfeld: wow
echt eine gute Idee, jetzt werden andere Teams es gleich im Windkanal ausprobieren.
am 29. April um 12:51 Uhr
Jracer:
Nun ja, das mit der Nase ist ja nicht neu, das gabs schon in den 80`gern bei Lotus, trotzdem behaupte ich das Ferrari derzeit das absolut schnellste Fahrzeug hat und gleichzeitig auch in der Entwicklung absolut puscht. Tombazzi trägt viel bei und ist für mich eine tragende Figur in diesem Team. Leider sieht man auch an diesem Beispiel, die Wichtigkeit der Aerodynamik in diesem Sport.
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