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Technik
Tech-Update: Türkei
von Christoph_Jordan am Freitag, 16.05.2008
Beim Europaauftakt in Barcelona gingen fast alle Teams mit runderneuerten Fahrzeugen an den Start. Für den Grand Prix der Türkei musste teilweise wieder zurückgerüstet werden, da die Piste im Istanbul Park eine komplett andere Charakteristik besitzt. Während Barcelona eine high-downforce Strecke ist, wird in Istanbul mit etwas weniger Abtrieb gefahren. Daraus resultierten viele neue Flügelvariationen die für die neuen Anforderungen angepasst wurden.
Ferrari
Die auffällendste Flügeländerung gab es bei Ferrari. Die Italiener, welche in Barcelona noch mit zwei verschiedenen Varianten an den Start gingen, verwendeten letzte Woche eine neue Konstruktion. Auffallend hierbei: der Hauptflap wird an den Seiten in die Höhe gezogen. Dieser Flügel kam sowohl am Auto von Massa als auch an jenem von Raikkonen zum Einsatz.
Letztes Jahr fand der Grand Prix der Türkei mitten im Hochsommer statt, was einen hohen Kühlbedarf zur Folge hatte. Dieses Jahr fand der vorverlegte Grand Prix bei nicht allzu hohen Temperaturen statt. Ferrari ging diesmal mit einer asymetrischen Kühlkonfiguration an den Start. Während man auf der linken Seite weiterhin mit 7 Öffnungen fuhr, reduzierte sich die Zahl auf der rechten Seite auf 5 Öffnungen. Die Kiemen im Bereich des Auspuffs blieben unverändert.
Nun werden auch bei Ferrari die vorderen Barge Boards unter dem Chassis mit einem zusätzlichen Flügel verbunden. Die aerodynamisch verkleideten Sensoren unter der Nase helfen den Ingenieuren bei der Abstimmungsarbeit am F2008.
McLaren
McLaren hat in Istanbul wohl den größten Satz nach vorne gemacht. Die Strecke in der Türkei kam den MP4-23 auch sehr entgegen. Mit verantwortlich für den Sprung nach vorne sind sicherlich auch die neuen vorderen Barge Boards. Diese werden direkt am Chassis angelenkt und haben die Aufgabe den Luftstrom hinter den Frontflügel zu beruhigen. Den spitzen Flap an den Bremsen kennen wir bereits von Red Bull.
BMW Sauber
Das Team aus Hinwil hat seit dem Europaauftakt etwas an Boden verloren. Die Charakteristik der letzten zwei Strecken kam den F1.08 einfach nicht entgegen. Für Monte Carlo ist man jedoch sehr zuversichtlich, denn der BMW ist vor allem in den langsamen Ecken zu Hause. Die Entwicklungsarbeit blieb trotzdem nicht stehen. Der neue Heckflügel weist, im Gegensatz zu den meisten anderen Teams, einen nach oben gebogenen Hauptflap auf.
Williams
Um mit den großen Herstellern mitzuhalten, muss das Team aus Grove seine Ressourcen gewinnbringend und sparsam einsetzen. Dies taten die Techniker rund um Sam Michel auch und gingen in Istanbul mit einen neuen Heckflügel an den Start. Die neue Konstruktion weist einen nach unten gewölbten Hauptflap auf und bescherte dem Team immerhin einen WM Punkt.
Auch an der Front wurde eifrig entwickelt. In Barcelona übernahm man das aggressive Frontflügellayout von Renault. In Istanbul näherte man sich durch den neuen Brückenflügel noch näher an der Konkurrenz an. Der Mittelteil ist nun durch eine kleine Endplatte von den Seitenteilen abgegrenzt und kann so ungestörter Arbeiten. Für Monaco wird an einem neuen high downforce Aerodynamikpaket gearbeitet.
Honda
Die Japaner können sich was den Heckflügel betrifft wohl nicht so richtig entscheiden. Bereits seit Jahresanfang wechselt man ständig zwischen einer gewölbten und geraden Variante hin und her. Während man sich in Barcelona nach den Freien Training für den gerade Flügel entschied viel in Istanbul die Entscheidung auf die neue Konstruktion. Der Gurney Flap kommt nur im Mittelteil zum Einsatz, an den jeweiligen Enden entfällt dieser.
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